Verboten, in Geschäften zu fotografieren…

Mit den Fähigkeiten der Mobiltelefone ist heute so ziemlich jeder ein Fotograf. Und es wird fotografiert, was das Zeug hält. Doch des einen Freud‘ ist des anderen Leid und nicht überall darf man noch Bilder machen. Jetzt wollen auch immer mehr Ladeninhaber das Fotografieren in ihren Geschäften verbieten, doch davon halten die belgischen Einzelhandelsverbände nicht viel.

Am Beispiel eines Modeladens wird deutlich, wo der Schuh drückt. Ein Inhaber eines Bekleidungsgeschäfts will nicht mehr, dass seine Kundschaft das Handy zückt, um dort angebotene Ware zu fotografieren. Immer öfter stellen die Inhaber von Modeshops fest, dass Kunden Kleidungsstücke anprobieren und dies auch fotografieren. Doch zu einem Kauf kommt es nicht, denn die Kunden suchen im Internet nach günstigeren Preisen und bestellen das neue Kleid online.

Immer öfter sind in Belgien Schilder in Geschäften zu entdecken, die darauf hinweisen, dass Fotografieren hier verboten ist. Doch dieses Verbot könnte einen weiteren negativen Effekt haben, warnt der Arbeitgeber- und Mittelstandsverband Unizo in Brüssel und Flandern. Ein solches Fotografier-Verbot könnte sich über die sozialen Medien rasch verbreiten und so Kunden davon abhalten, diesen Laden zu besuchen. Bei Unizo heißt es dazu: „Menschen wollen nämlich etwas in den sozialen Medien posten, um sich bei Freunden Rat oder Empfehlungen zu holen.“

So reagiert auch die Neutrale Selbständigen-Gewerkschaft NSZ. Einerseits verstehe man die Händler, doch andererseits bitten wir die Händler auch darum, zweimal nachzudenken, bevor man Verbotsschilder aufhängt: „Viele Kunden wollen eben Fotos von den Kleidungsstücken machen, um sich bei Freunden oder ihren Partnern eine Meinung einzuholen, ob man den Artikel kaufen soll oder nicht.“ Diese Kunden seien dann verloren.