Chaos beim Einchecken: Fehlstart in Zaventem

Die Neueröffnung der Abflughalle des belgischen Nationalflughafens in Zaventem nach den Anschlägen vom 22. März verlief am Montag nicht mit dem gewünschten Resultat. Zwar standen in der Abflughalle mehr als 100 Check-In-Schalter zur Verfügung, doch der Sicherheitscheck von tausenden Fluggästen vor dem Gebäude sorgte für ein Chaos und für viele verpasste Flüge.

Seit der Wiederaufnahme des Flugverkehrs am Brussels Airport raten die Airlines und der Flughafenbetreiber den Reisenden dazu, mindestens drei Stunden vor den eigentlichen Abflug in Zaventem zu sein. Doch am Montag reichte dies bei weitem nicht. Alle Reisenden, gut 18.000 sollen es gewesen sein, mussten zuerst durch den so genannten „Pre-Check“ vor dem eigentlichen Eingang zum Flughafen.

Hier wurde genauestens kontrolliert - ein Zugeständnis an die am Flughafen operierenden Polizei- und Sicherheitsdienste, die dies über ihre Gewerkschaften mit dem belgischen Innenministerium vereinbart hatten. Der Grund: Die Flughafenpolizei wollte absichern, dass kein weiteres Mal Attentäter mit Bomben in die Abflughalle gelangen können. Also wurde vor dem Zutritt zur Abflughalle ein Sicherheitscheck vereinbart, der eine erste Personen- und Gepäckkontrolle verlangt.

Demnach müssen bis auf weiteres alle Passagiere durch das Zelt vor der Abflughalle durch, um sich und ihre Gepäckstücke eingehend kontrollieren zu lassen. Das jedoch hatte am Montag einen unkontrollierten Massenandrang zur Folge und ein allgemeines Unsicherheitsgefühl. Jemand mit schlechten Absichten, so die Kritik, hatte hier viele Opfer auf einmal finden können.

"Verdammt!"

Marc Descheemaecker (Foto), der Vorsitzende des Verwaltungsrats des Brussels Airport, twitterte im Laufe des Montags: „Verdammt! Schafft dieses wahnwitzige System des Pre-Checks ab!“ Er ist der Ansicht, dass dies nach allem, was bisher geschah, ein weiteres Mal dem internationalen Ansehen des Flughafens und des ganzen Landes schadet. Doch vorläufig halten die Polizeigewerkschaften an dieser Prozedur fest.

Der Flughafen gelobt Besserung der Organisation und inzwischen versucht auch die belgische Bundesregierung hier aktiv zu werden. Doch sicherheitsmäßig nachlässiger zu werden, ist gerade am Brüsseler Nationalflughafen in Zeiten einer Terrorwarnstufe 3 (auf einer vierstufigen Skala) wohl kaum zu verantworten. Wie lange also die Passagiere noch mit mulmigem Gefühl in Zaventem auf Einlass warten müssen, ist noch unklar. Wartezeiten von bis zu fünf Stunden und weitere verpasste Flüge sind ebenso wenig zu verantworten.