Crevits will Vermögen besteuern

Schon am Abend vor Rerum Novarum, der Magna Charta der christlichen Arbeiterbewegung, hat die christliche Arbeiterbewegung hierzulande für eine Besteuerung auf Vermögen und für eine ehrliche Lastenverteilung plädiert. CD&V-Ministerin Hilde Crevits versprach in Torhout (Westflandern), dass die Reformen des Kindergeldes den armen Familien unserer Gesellschaft helfen würden.

Für die flämische Bildungsministerin Crevits sollte die Solidarität bei der neuen Regelung zum flämischen Kindergeld ausschlaggebend sein. Sie plant deshalb beträchtliche soziale Zuschläge: "Um junge Familien zu unterstützen und um das Kindergeld als Waffe gegen Armut einzusetzen. Das ist das Einzige, mit dem wir uns zufrieden geben sollten."

Laut Crevits müssten auch Vermögende zu einer gerechten Gesellschaft beitragen: "Gerechtigkeit bedeutet, dass die stärksten Schultern die schwersten Lasten tragen, aber auch, dass alle Schultern Beiträge leisten müssen." Crevits schlägt deshalb eine Besteuerung von Gewinnen aus Vermögen vor.

Weiter fordert sie, dass bei den Rentenreformen unter anderen das Personal von Notdiensten, Polizei, der Armee und des Unterrichtswesens besser berücksichtigt würden, denn sie seien es, die bei der Flüchtlingskrise und den Terrordrohungen besonders viel leisteten: "Diese Menschen sind von unschätzbarem Wert. Reduzieren Sie sie nicht auf die Ausstattung der Regierung. Sie verdienen bei jeder weiteren Ausarbeitung aller Reformen und Maßnahmen den größten Respekt."

Crevits sagt auch noch, dass weiterhin viel Gewerkschaftsarbeit nötig sei.

ACV warnt vor neuen Einsparungen

In Gent hielt der Vorsitzende der flämischen christdemokratischen Gewerkschaft (ACV), Marc Leemans, eine Rede. Darin warnte er vor weiteren Einsparungen.

Die letzte Haushaltskontrolle sei nur ein Vorgeschmack auf diesen Sommer gewesen, dann müssten 3,5, vielleicht 4 Milliarden Euro eingespart werden. Europa sagt, dass bis 2018 zusätzlich 9 Milliarden Euro eingespart werden müssten.

Rerum Novarum wollte eine eindeutige Antwort auf das Problem der Ausbeutung von Arbeitskräften geben. Erbärmliche Lebensumstände könnten nicht einfach durch persönliche Nächstenliebe gelöst werden. Sie verlangten strukturelle Reformen, hieß es.

Rerum Novarum

Rerum Novarum ist der Feiertag der christlichen Arbeiterbewegungen an Christi Himmelfahrt. Der Festtag Rerum Novarum erinnert an die soziale Enzyklika, die Papst Leo XIII. vor 120 Jahren an die Öffentlichkeit brachte. Papst Leo XIII. gilt als der „Arbeiterpapst“ und wird als eine Art Schutzheiliger der Beschäftigten angesehen.