Geschäftsleute steuern Brüssel wieder an, nicht aber Touristen

Die Fluggesellschaften verzeichnen wieder "normale" Zahlen, aber Brüssel wird vor allem von Geschäftsleuten angeflogen. Die Touristen bleiben weg. Die belgische Hauptstadt verzeichnet 30 Prozent weniger Touristen als im letzten Jahr. Das schreibt die Zeitung La Libre Belgique und zeigt eine neue Statistik vom Fremdenverkehrsamt Visitbrussels.
James Arthur Photography

"Die Schließung eines Flughafens für mehrere Tage ist eines der schlimmsten Szenarien für eine Stadt", erklärt Patrick Bontinck, der Chef von Visitbrussels, in La Libre Belgique. Er habe schon befürchtet, dass man eine ähnliche Zeit wie nach dem 11. September 2001 erlebe, mit monatelangen massiven Annullierungen. Das ist nach der Wiedereröffnung des Brüsseler Flughafens nun zum Glück nicht der Fall, deshalb glaube er auch, dass es Brüssel mittel- und langfristig schaffen werde.

Obwohl die Geschäftsleute nun langsam wieder den Weg nach Brüssel finden (- 15 Prozent der Besuche im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2015), lassen die Touristen in Brüssel weiter auf sich warten (- 30 Prozent).

Der Statistik von Visitbrussels zufolge hat das Atomium eine Woche nach den Anschlägen vom 22. März 60 Prozent der sonst üblichen Besucherzahlen eingebüßt. Der Anteil der Besucherzahlen liegt derzeit immer noch bei 30 Prozent weniger als im letzten Jahr. Das gleiche gilt für die Brüsseler Museen (-25%).

Die Brüssel-Reservierungen bei den Airlines für die kommenden Wochen sind nunmehr mit denen von 2015 vergleichbar, aber für den Sommer müssen die Gesellschaften mit Preisen auffahren, die 20 bis 25 Prozent günstiger sind als üblich.

Derzeit ist es schwierig, vor allem asiatische und amerikanische Touristen, die auf Sicherheitsfragen besonders empfindlich reagieren, von den Brüsseler Attraktionen zu überzeugen. Doch auch die eigenen Leute, Flamen und Wallonen, die normalerweise 20 Prozent der Übernachtungen in der Hauptstadt ausmachen, meiden diese. "Man muss die Belgier wieder mit ihrer Hauptstadt versöhnen und das wird eine unserer größten Aufgaben", so Bontinck noch. Doch nicht nur Brüssel leidet, auch Brügge hat Einbußen hinnehmen müssen - nach den Attentaten verlor die Stadt 15 Prozent an Besuchern.