Mehr Experimente mit Krebsmedikamenten könnten Leben retten

Krebspatienten können schon bald Medikamente verabreicht bekommen, die nicht für ihre Krebsart registriert sind, aber vielleicht helfen können. Die belgischen Universitätskliniken und pharmazeutischen Unternehmen arbeiten in dieser Hinsicht zusammen, schreibt die Zeitung Het Laatste Nieuws und wurde der VRT bestätigt.
Cedric Hatto

Rechtlich gesehen dürfen Krebspatienten nur Medikamente verabreicht bekommen, die für ihre spezifische Krankheit sind, sagt Jacques De Grève, Chef der Onkologie des Universitätskrankenhauses von Brüssel.

"Wir werden das in Form von klinischen Studien machen. Dann ist das auch gesetzeskonform."

Bei einigen Patienten schlägt nämlich keine der Behandlungen an, aber könnte ein Medikament, das für einen anderen Tumortyp registriert ist, wohl helfen.

Die Belgian Society of Medical Oncology hat deshalb jetzt eine Initiative ins Leben gerufen, bei der sieben Unikliniken in Belgien mit der pharmazeutischen Industrie zusammenarbeiten. Konkret werden Patienten in Zukunft Medikamente bekommen können, die nicht für ihre spezifische Krankheit registriert sind. Damit ist Belgien eines der ersten Länder, in dem so etwas möglich wird.

"Nicht die Krebsart, sondern die Art der Mutation in den Tumorzellen wird bestimmen, welche Medikamente sie bekommen", sagt Jacques De Grève von der Belgian Society of Medical Oncology. "Auf diese Weise haben die Patienten Zugang zu einer viel breiteren Medizinpalette, die ihnen helfen könnte. Das kann Leben retten, verlängern oder die Lebensqualität sehr stark verbessern."