22. März: Unterschätzte Löwens Notdienst die Lage?

Nach Ansicht der regionalen Brüsseler Staatssekretärin für Hilfs- und Notdienste, Cécile Jodogne (Défi), hat die Rettungszentrale von Löwen (Prov. Flämisch-Brabant) die Lage nach dem Anschlag auf den Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem (ebenfalls Flämisch-Brabant) am frühen Morgen des 22. März unterschätzt. Jodogne äußerte ihre Kritik im Vorfeld der ersten Sitzung des parlamentarischen Ausschusses zur Aufarbeitung der Anschläge.

Brüssels Staatssekretärin für Hilfs- und Notdienste, Cécile Jodogne (kl. Foto), glaubt, dass die Rettungszentrale von Löwen die Lage nach dem Terroranschlag auf den Brussels Airport am frühen Morgen des 22. März (Foto oben) sträflich unterschätzt habe. Mehrmals seien Aufrufe des Brüsseler Notdienstes Siamu, um von Löwen aus zusätzliche Krankenwagen zum Flughafen zu schicken, abgelehnt worden.

Brüssel habe, so die Logbücher der beiden Rettungsdienste laut Jodogne, sogar dann noch Krankenwagen nach Zaventem geschickt, als die Innenstadt selber Ziel eines Anschlags (Metrostation Maalbeek) wurde.

Belgiens Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) will diese Kritik nicht teilen. Ein Sprecher der Ministerin legte Nachdruck auf die Aussage, dass die Rettungsdienste an diesem dramatischen Tag adäquat Hilfe geleistet haben. Nach Auffassung der Ministerin sei dieses Thema zudem innerhalb des parlamentarischen Ausschusses zur Aufarbeitung der Terroranschläge vom 22. März zu besprechen, bevor man damit an die Öffentlichkeit geht.

Dieser Ausschuss begann am Montagmorgen mit seiner Arbeit. Trotzdem bleibt die Brüsseler Staatssekretärin bei ihrer Kritik. Gegenüber der frankophonen Brüsseler Tageszeitung Le Soir wolle sie einfach nur verstehen, was damals falsch gelaufen sei, um aus den Fehlern zu lernen: „Man müsse doch zugeben können, dass es Probleme gab und dass mehr Ambulanzen schneller vor Ort hätten sein können.“