Brussels Airport auf dem Weg zur Normalität

Der am 22. März von zwei Selbstmordattentätern heimgesuchte Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem ist langsam wieder auf dem Weg zurück in die Normalität. Allerdings sorgten die Anschläge sowohl für den Brussels Airport, als auch für die dort ansässige Fluggesellschaft Brussels Airlines für einen deutlichen finanziellen Aderlass.
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Am vergangenen Sonntag sind am Brussels Airport rund 70.000 Flugreisende abgefertigt worden. Dies ist die bisher größte Zahl an Passagieren, die seit dem 22. März in Zaventem abgeflogen oder gelandet sind. Inzwischen dreht der Flughafen wieder zu 80 % seiner ursprünglichen Kapazität und bis Juni soll er wieder vollständig einsatzfähig sein, wie aus Kreisen der Betreibergesellschaft verlautete.

Dort hieß es auch, dass die Ferienzeit in den kommenden Sommermonaten einen „echten Test“ darstellen würden. Erst dann werde deutlich, ob die Auswirkungen der Terroranschläge wirklich verkraftet werden konnten. Vor den Anschlägen konnten in Brüssel in Spitzenzeiten täglich bis zu 85.000 Passagiere abgefertigt werden.

Derzeit befindet sich übrigens Belgiens Staatssekretär für den Außenhandel, Pieter De Crem (CD&V), gemeinsam mit der Flughafendirektion aus Brüssel in Kanada, um dort für ein besseres Image des Standorts nach den Anschlägen zu sorgen.

Der kanadische Pensionsfonds ist der größte Anteilseigner des Brussels Airport. Hier wurde das Vertrauen in den Standort aber bereits bestätigt, denn die Kanadier unterstützen einen Investitionsplan in Höhe von 1 Mia. € für den Flughafen. Dabei half sicherlich auch die Tatsache, dass gerade erst eine neue Verbindung von Brüssel nach Toronto lanciert werden konnte.

Dieser Investitionsplan ist für den Nationalflughafen bitternötig, denn die Anschläge vom 22. März haben dort für einen finanziellen Aderlass gesorgt. Nach dem der Flughafen nach den Attentaten für die Dauer von 12 Tagen geschlossen werden musste, stellte sich laut Flughafen-CEO Arnaud Feist ein Verluste von zwischen 200 und 300 Mio. € ein.

Auch die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines musste Verluste hinnehmen. Airline-CEO Bernard Gustin sprach von einem Verlust von rund 90 Mio. an Umsatz. Die Tatsache, dass die BA sehr schnell auf die Regionalflughäfen von Bierset/Lüttich und Deurne/Antwerpen ausweichen konnte, halte die Verluste zwar kleiner als befürchtet, doch die dadurch erzielten Gewinne hätten die entstandenen Mehrkosten nicht ausgleichen können.

Kleine Fortschritte

Inzwischen sorgt der Flughafen in Zaventem auch mit kleinen Fortschritten wieder für mehr Qualität am Standort. Aus Sicherheitsgründen wurde der frühere „Kiss & Ride“-Streifen für Kurzparker vor der Abflughalle abgeschafft. Doch Brussels Airport und die Betreibergesellschaft der dortigen Parkplätze, Interparking, haben eine Alternative für diese Art Parkplatz gefunden.

An den drei dem Flughafen am nächsten liegenden Parkings (P1 Front, P2 Ecomomy und P3 Holiday) wurden Stellplätze für Kurzparker eingerichtet, die für die Dauer von 15 Minuten gratis sind. Dies soll dabei helfen, Flugreisende in Zaventem zum Abflugterminal zu bringen oder von der Ankunftshalle aus abzuholen. „Drop-off“ oder „Pick-up“ werden diese Parkplätze jetzt genannt.