Probleme in Zaventem: Streik bei Aviapartner

Im Laufe des Mittwochnachmittags entstand am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem wieder zeitweise ein Chaos. Grund dafür war eine spontane Arbeitsniederlegung beim Personal der Gepäckabfertigung bei Aviapartner. Dadurch konnten viele Maschinen nicht starten.

Die Mitarbeiter von Aviapartner legten am Mittwochnachmittag spontan ihre Arbeit nieder. Damit protestierten sie gegen die ihrer Ansicht nach schlechten Arbeitsbedingungen nach den Anschlägen auf den Brussels Airport. Der Arbeitsdruck habe sich durch die Tatsache, dass die Passagiere gleich an zwei Stellen einchecken - in einem provisorisch eingerichteten Zelt und in der fast wieder vollständig nutzbaren Abflughalle - deutlich verstärkt.

Das Personal von Aviapartner habe sich ebenso, wie alle anderen Unternehmen, nach dem 22. März als äußerst flexibel gezeigt. Doch jetzt müsse man feststellen, dass das Unternehmen seinen Mitarbeitern gegenüber keinen Respekt mehr zeige. Dass es bei Aviapartner wegen des überarbeiteten Personals und wegen Personalmangel rumort, ist nicht erst seit den Terroranschlägen bekannt, doch das Fass zum Überlaufen brachten wohl Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung von bestimmten Vergütungen.

Nach Ansicht eines Gewerkschaftsvertreters wiesen die Lohnbriefe der Mitarbeiter fast alle Fehler auf. So stimme die Zahl der Arbeitstage und die der effektiv geleisteten Stunden nicht überein und Prämien würden nur langsam, falschberechnet oder gar nicht ausbezahlt. Alle Fehler seien stets zum Nachteil der Beschäftigten, hieß es dazu.

Am späten Mittwochnachmittag liefen die Gespräche zwischen den Gewerkschaften und der Direktion bei Aviapartner noch ohne Resultat. Das Personal dieses Unternehmens, dass sich auf Gepäckabfertigung spezialisiert hat, wirft Aviapartner-CEO Laurent Lebaux vor, seine Mitarbeiter auszupressen, um so einen geplanten Verkauf der Firma, um den viele Gerüchte kursieren, lohnenswerter zu gestalten.