Trucker umgehen LKW- Maut über die Niederlande

Seit der Einführung der Kilometermaut für Lastwagen ab 3,5 Tonnen in Belgien geht die Zahl der Trucks auf dem hiesigen Straßen- und Autobahnnetz leicht zurück. Die Trucker nehmen längere Umwege über die Niederlande in Kauf, um die Mautkosten zu sparen. Seit dem 1. April wurden übrigens alleine in Flandern rund 220 Bußgelder ausgeschrieben, weil LKW-Fahrer keine Maut-Geräte in ihre Fahrzeuge montiert hatten.

Nach Angaben des niederländischen Verkehrsinformationsdienstes VID nutzen die Trucker, vor allem Niederländer selbst, vermehrt vier inländische Routen auf ihrem Weg zum Hafen von Antwerpen. Diese Wege sind allerdings deutlich weiter, als die direktere Route über die belgischen Autobahnen.

Der VID verglich die Zahl der passierenden LKW an den belgisch-niederländischen Grenzübergängen an der A4, der A16, der A67 und der A76. Der Vergleich ergab, dass das Lastwagenaufkommen am Grenzübergang an der A4 bei Ossendrecht seit Einführung der hiesigen Maut am 1. April um 10 % angestiegen ist, während er z.B. an der A16 in Hazeldonk um 7 % sank.

Das bedeutet, dass die niederländischen Trucker, die z.B. aus Richtung Ruhrgebiet in Deutschland kommen, Belgien in einem nördlichen Bogen regelrecht umfahren und von Norden aus den Antwerpener Hafen ansteuern.

Einige niederländische Transportunternehmen sind besonders findig im Sparen bei den belgischen Mautgebühren. Sie laden die Ladung von Schwerlastwagen unweit der belgischen Grenze schlicht und einfach auf kleinere Fahrzeuge mit weniger als 3,5 Tonnen um…

220 Bußgeldverfahren im April

Im ersten Monat der Einführung der LKW-Maut in Belgien eröffneten die Behörden alleine im belgischen Bundesland Flandern rund 220 Verfahren gegen LKW-Fahrer oder Transportunternehmen aus dem Ausland, die ihre Fahrzeuge ohne On-Board-Unit zur Erfassung der Mautgebühren durch unser Land steuerten. Ein solches Bußgeld beläuft sich auf 1.000 €.

In den ersten Tagen hatte es die flämische Steuerbehörde, die für die Maut-Taxierung zuständig ist, bei Kontrollen bei Warnungen belassen, doch im Laufe des Monats April wurde zur Eröffnung von Bußgeldverfahren übergegangen. Diese Kontrollen verliefen zum einen über mobile Einsatzgruppen und zum anderen über die statischen Erfassungsgeräte am Anfang und Ende eines mautgebührenpflichtigen Straßen- oder Autobahnabschnitts.