Bauwesen klagt: "Belgien investiert zu wenig"

Die großen Bauunternehmen des Landes sind der Ansicht, dass der belgische Staat zu viel spart. Ihrer Ansicht nach investiert Belgien zu wenig in große Infrastrukturprojekte und liegt damit sogar unter dem europäischen Durchschnitt. Zudem, so die Kritik aus der Bauwirtschaft, sei in dieser Hinsicht die billigste Lösung bei weitem nicht immer die beste.

Der Dachverband der großen belgischen Bauunternehmen ist nicht zufrieden mit der Investitionsbereitschaft des belgischen Staates. Die Baufirmen beklagen die Sparwut des Staates, denn unser Land investiert nur in einem Maße in große Infrastrukturprojekte, das unter dem des europäischen Durchschnitts liegt. Im Zeitraum 2010 bis 2014 nahmen die staatlichen Investitionen in Infrastrukturprojekte um 32 % ab.

Neue Schulen, Krankenhäuser oder Verkehrsprojekte würden derzeit kaum noch in Auftrag gegeben und wenn, dann wähle der Staat, bzw. die Regierungsebenen auf Bundes-, Landes- oder Regionalebene stets die günstigste Lösung. Oft aber sei es aber besser, sich von behördlicher Seite her für so genannte Public-Private-Partnerships (PPP) zu entscheiden, denn dabei werde das Risiko der Finanzierung nicht alleine vom Steuerzahler getragen, sondern auch teilweise von der Privatwirtschaft.

Dies regte Marc Peeters, ein Sprecher des Verbandes der großen belgischen Baufirmen (VBA) am Donnerstag auch gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion an: „Damit verbindet man gerne die Ansicht, dass dies vielleicht eher teurere Lösungen sind, doch man befasst sich in diesem Zusammenhang nur selten damit, dass die Kosten über einen großen Zeitraum, inklusive Unterhalt, verteilt. Dann muss man doch feststellen, dass dies 25 bis 30 Jahre dauert und damit wirft eine PPP-Lösung doch Früchte ab, denn die Gesamtkosten sinken dabei.“