Belgier trinken 19,5 Mio. Tassen Kaffee am Tag

In Belgien werden täglich ungefähr 19,5 Mio. Tassen Kaffee getrunken, doch nach der aktuellen Marktlage könnte dieser Wert bald zurückgehen. Kaffee wird nämlich durch schlechte Ernten im Zuge des Klimawandels knapper und teurer. Dies nutzt Fairtrade Belgien im Zuge des internationalen Tags des fairen Handels am 14. Mai zu einer Werbekampagne für… fair gehandelten Kaffee.
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In den letzten 40 Jahren hat sich der weltweite Kaffeekonsum glatt verdoppelt. Mittlerweile kann das Angebot der Nachfrage kaum noch entsprechen. Darunter leiden in erste Linie die kleinen und unabhängigen Kaffeebauern, deren Erzeugnisse nicht selten über den Fairtrade, also den fairen Handel, in Umlauf gebracht werden. Fairtrade Belgien will den internationalen Tag des fairen Handels am 14. Mai dazu nutzen, um auf das Problem der Kaffeeknappheit durch die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen.

Lily Deforce, die Direktorin von Fairtrade Belgien, ruft dazu auf, das Pfingstwochenende, bzw. die Tage zwischen dem 12. und dem 15. Juni zu einer riesigen landesweiten Kaffeepause zu machen und dabei fair gehandelten Kaffee zu genießen.

Doch sie verbindet das mit einer deutlichen Warnung: „Durch den Klimawandel sank die Produktivität im vergangenen Jahrzehnt und das trifft Millionen Kaffeebauern in der südlichen Erdhalbkugel. Durch kaum noch vorhersagbares Wetter, grimmige Unwetter, neue Krankheiten und Insektenplagen können die Bauern den normalen Saat- und Erntezeiten kaum noch trauen. Das kostet immer mehr Mühe, überhaupt ausreichend Kaffee zu produzieren.“

Nach einer Einschätzung von Fairtrade Belgien kommen in unserem Land derzeit nur etwa 665.000 Tassen konsumierter Kaffee täglich aus fair gehandelter Herkunft. Das ist gegenüber täglich 19,5 Mio. Tassen verschwindend gering: „Das ist zu wenig. Wenn alle Kaffeetrinker in unserem Land ein ehrliches Tässchen Kaffee vorziehen würden, dann würde dies einer nachhaltigen Produktion guttun und den Kaffeebauern ein höheres Einkommen verschaffen. Damit könnten sie mehr investieren, was wiederum zu einer besseren Qualität führen soll.“

AP2013

Bewusst machen

Fairtrade Belgien will das kommende Pfingstwochenende dazu nutzen, um bei der täglichen Tasse Kaffee gleichzeitig auf mehrere Faktoren aufmerksam zu machen: Die Folgen des Klimawandels, die Auswirkungen dessen auf die Kaffeeproduktion und die Lebens- und Arbeitsumstände der unabhängigen Kaffeebauern in der Dritten Welt.

„Die Zukunft der Landwirtschaft und also auch von unserem täglichen Essen und Trinken hängt von uns allen ab. Eine Umkehr stellt keine Utopie dar. Kleine Veränderungen, die wir jeden Tag machen können und die uns nicht wehtun, haben einen deutlichen Einfluss auf das große Ganze.“, so Fairtrade Belgien-Cheffin Deforce abschließend dazu.