Die "digitale Teil-Ökonomie" und der Fiskus

Nicht wenige Zeitgenossen verdienen in diesen digitalen Zeiten auf diesem Wege etwas hinzu oder gar ihren gesamten Unterhalt. Über digitale Plattformen, wie der Taxidienst Uber (Foto), der Lieferdienst für Mahlzeiten Menu-next-door oder wie in der flämischen Stadt Lokeren eine Eiswagen-App, lässt sich Geld verdienen und wo Geld zu verdienen ist, da will der Staat über Steuern mitverdienen. Das ist auch in Belgien nicht anders.

Belgiens Minister für die Digitale Agenda, Telekom und Post sowie Entwicklungshilfe, Alexander De Croo (Open VLD - kl. Foto), hat eine Regelung ausgearbeitet, nach der Unternehmer oder Arbeitnehmer im Nebenverdienst über solche digitale Plattformen auch Steuern entrichten müssen. Der flämische Liberale gibt vor, diese Unternehmer der, wie er es nennt „digitalen Teil-Wirtschaft“, auf ihren Verdienst 10 % Steuern bezahlen zu lassen.

Das ist ein recht günstiger Tarif, doch damit will der Minister diesem neuen Wirtschaftsbereich, eine Art „Zukunfts-Ökonomie“, einen Anschub geben. „Jeder, der über solche digitalen Plattformen arbeitet und der dies nur gelegentlich tut und dabei nicht weniger als 5.000 € pro Jahr verdient, die sollen an der Quelle 10 % Steuern bezahlen und dass ist es dann.“, sagte der Minister am Donnerstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion.

Mit dieser zwar vorsichtigen Besteuerung solle auch ein Konkurrenzgefühl gegenüber der klassischen Wirtschaft abgebaut werden. On das aber gelingen kann, sei dahingestellt, denn die klassischen Taxifahrer zum Beispiel sehen Uber als unlauteren Aggressor an…

Interessant ist dabei, dass De Croo den inzwischen auch hierzulande rasend populären Online-Übernachtungsservice AirBnB außen vor lässt. Dies hat aber einen verwaltungsmäßigen Hintergrund. Mieteinkünfte werden in Belgien nicht spezifisch besteuert, sondern fallen unter Einkünfte über Immobilien. Die anderen oben genannten Bereiche gehören zum Steuerfach „diverse Einkünfte“…