Flandern: 800 zusätzliche Lehrer durch Flüchtlinge

Die Schulen im belgischen Bundesland Flandern haben in diesem Schuljahr fast 800 zusätzliche Lehrpersonen eingestellt, um den Zustrom von Kindern aus Flüchtlingsfamilien auffangen zu können. Derzeit sitzen rund 8.500 fremdsprachige Kinder in den Klassen der flämischen Basis- und Mittelschulen, wie Zahlen aus dem Landesbildungsministerium belegen.

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass die Suche nach bis zu 800 Lehrerinnen und Lehrern für eine recht kleine europäische Region wie Flandern, ein unlösbares Unterfangen darstellen müsste. Doch weit gefehlt: Die Schulen hatten nicht wirklich Probleme damit, geeignete Kandidaten zu finden.

An Devos, die Koordinatorin für die Schulklassen mit fremdsprachigen Flüchtlingskindern beim katholischen Schulträger in Flandern, haben sich viele Lehrkräfte sogar spontan selbst gemeldet, um hier einzuspringen. Nur eine Schule aus diesem Bereich meldete, dass man keine geeigneten Lehrer finden konnte. Dies war eine niederländisch-sprachige Schule in Brüssel.

Wichtig war, so verlautete aus dem Kabinett von Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V), geeignete Lehrpersonen zu finden, denn mehr als die Hälfte dieser kleinen Neuankömmlinge in den Schulen können weder lesen, noch schreiben oder rechnen. Auch der Umgang z.B. mit einen neuen Alphabet birgt für viele dieser Kinder enorme Probleme.

Besonders schwierig ist auch die Tatsache, dass nicht wenige Flüchtlingskinder ohne ihre Eltern hierher gelangt sind. Dadurch können sich die Lehrer an keinen Ansprechpartner wenden, wenn Probleme gelöst werden müssen. Seit einiger Zeit allerdings hat der Zustrom von Flüchtlingen etwas abgenommen, so An Devos. Damit kommen auch weniger neue Kinder in die Klassen, was die Lage etwas entspannt.