Thyssen: "Neue Belastungsgrenzen für 13 krebserregende Stoffe"

Jedes Jahr sterben in Europa 100.000 Menschen, weil sie an ihrem Arbeitsplatz mit krebserregenden Stoffen in Berührung gekommen. Sind Mitarbeiter bestimmten chemischen Arbeitsstoffen ausgesetzt, kann das zu Krebs führen. Die EU-Kommission hat deshalb an diesem Freitag vorgeschlagen, neue Belastungsgrenzen für 13 krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz einzuführen.
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"Konkret schlägt die Kommission vor, die Exposition gegenüber 13 krebserzeugenden Chemikalien zu senken, indem 13 neue oder geänderte Grenzwerte in die Richtlinie über Karzinogene und Mutagene aufgenommen werden. Diese Grenzwerte zeigen die Höchstkonzentration an, in der ein chemisches Karzinogen in der Luft am Arbeitsplatz vorhanden sein darf", heißt es in einer Pressemitteilung der Kommission.

Die zuständige europäische Kommissarin Marianne Thyssen (Archivfoto) erklärte in der VRT: "Was wir heute machen, ist, eindeutige Grenzwerte der Exposition gegenüber rund 13 Stoffen festzulegen, so dass das Risiko der Krebserkrankung deutlich gesenkt wird."

Der Vorschlag beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie auf intensiven Gesprächen mit Wissenschaftlern, Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Vertretern der Mitgliedstaaten und Arbeitsaufsichtsbeamten.

"Unsere Wissenschaftler sagen uns, dass wir mit den Grenzen, die wir heute festlegen, in der Lage sein werden, in den kommenden 50 Jahren 100.000 Menschenleben zu retten", so die Sozialkommissarin noch. Es lohne sich also, dies zu machen.

Als konkretes Beispiel für einen neu aufzunehmenden chemischen Arbeitsstoff nennt die Kommission "Quarzfeinstaub". "Dabei handelt es sich um Staub, der bei Arbeitsverfahren wie Bergbau, Brucharbeiten, Tunnelbohrungen, Schneiden, Zerkleinern oder Mahlen von siliciumdioxidhaltigen Materialien wie Beton, Ziegeln oder Gestein entsteht." Der Quarzfeinstaub zählt zu den Hauptursachen für die Lungenkrankheit "Silikose" und arbeitsbedingten Lungenkrebs.

Durch den Vorschlag der Kommission würden Arbeitnehmer/-innen in der gesamten EU und das vor allem im Bausektor besser geschützt, heißt es noch.

Die Gewerkschaften finden, dass mit dem Kommissionsvorschlag schon ein Schritt in die richtige Richtung gemacht würde, aber dass dieser Schritt immer noch viel zu klein sei.