Tipp zu Abdeslam geht unter wegen Konflikt zwischen Polizeichef und Inspektor

Die mögliche Hauptinformation zur Umgebung des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam, über die die Polizei von Mechelen-Willebroek verfügte, soll vom Polizeichef Yves Bogaerts nicht ernst genommen worden sein, weil er Streit mit dem Inspektor hatte, der diesen Tipp gab. Das schreibt die Wochenzeitung Knack an diesem Sonntag auf ihrer Webseite.

Besagter Inspektor soll ein Mann marokkanischer Herkunft sein, aber Rassismus soll in dem Konflikt keine ausschlaggebende Rolle gespielt haben.

Laut Knack.be habe es Bogaerts nicht mehr geduldet, dass der Inspektor die Herkunft seiner Information nicht immer verraten wollte. Der Mann soll inzwischen wegen des Konflikts schon seit einem Jahr krank gemeldet sein, aber als Experte für Radikalisierung hin und wieder doch noch Informationen an Kollegen weitergegeben haben.

Auf der Grundlage eines Tipps, den er Ende November weitergab, wurde ein Informationsbericht über Abid Aberkan (kleines Foto) erstellt, der an der Adresse wohnte, an der Salah Abdeslam am 18. März festgenommen wurde und der Kontakt zu den Brüdern Abdeslam gehabt haben soll.

Warum der Infobericht nicht sofort in die allgemeine nationale Datenbank der Polizei eingegeben wurde, wird derzeit vom Comité P., das die Polizei kontrolliert, untersucht.

Laut dem liberalen Mecheler Bürgermeister Bart Somers (Open VLD) seien diese Ermittlungen fast abgeschlossen.

Somers will den Bericht des Comités P. abwarten. Er werde sich deshalb, wie er selbst sagt, nicht weiter zu dieser Sache äußern. Ende März hatte sich Somers noch hinter seinen Polizeichef gestellt. Der hatte erklärt, keine wichtigen Informationen zurückgehalten zu haben.