"Bringt erst mal Eure Straßen in Ordnung"

Der niederländische Automobilclub ANWB hält die Mautpläne von Ben Weyts (N-VA) für "einen schlechten Plan". Weyts sagte am Sonntag im flämischen Privatfernsehen, dass er einer Zollabgabe für Autofahrer zugeneigt sei. Doch der ANWB hält Belgien vor, dass das Land jahrelang versäumt habe, in eine gute Infrastruktur zu investieren. Es sei unehrlich, dass jetzt die Niederländer für diese Kosten aufkommen sollen.

Der flämische Verkehrsminister spielt also mit der Idee einer Kilometerabgabe für Personenkraftwagen. Das könne nämlich eine Steuersenkung für die Flamen mit sich bringen, so der Minister in den Nachrichten von VTM. Er sagte auch noch, dass so viele ausländische Fahrer durch Flandern rasten, ohne, dass sie auch nur einen Eurocent zur Straßeninfrastruktur beitrügen.

Der niederländische Automobilverband ANWB kritisierte die Pläne von Weyts. In einem Interview mit dem niederländischen Rundfunk NOS sagte der Direktor für die Interessen der Mitglieder, Ferry Smith, dass das Land erst einmal für eine gute Qualität der Straßen sorgen müsse, bevor es Geld verlangen könne. "Belgien hat jahrelang zu wenig in eine gute Infrastruktur investiert", sagte Smith. "Es ist unehrlich, dass die Niederländer jetzt für die Kosten aufkommen sollen, obwohl sie selbst schon eine relativ hohe Kfz-Steuer bezahlen. Und dann sollen sie auch noch bezahlen, wenn sie auf diesen Straßen reisen müssen, um in den Urlaub zu fahren."

Smith wies zudem daraufhin, dass Deutschland in der Vergangenheit bereits versucht habe, etwas Vergleichbares zu unternehmen, doch dass es von der Europäischen Kommission zurückgepfiffen worden sei. "Wenn man Ausländer mitbezahlen läßt und dadurch die Steuern für die Flamen senkt, ist das eine Art finanzielle Diskriminierung ", so Smith noch.