"Radikalisiert sich unser Kind?" - Eltern rufen beim Erziehungstelefon an

Beim Telefondienst für Erziehungsfragen sind in den vergangenen drei Monaten 20 Prozent mehr Anrufe eingegangen als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Ein kleiner Teil der Anrufe ist von Eltern, die sich fragen, ob ihr Kind dabei ist, sich zu radikalisieren.

Seit Mitte Februar können Eltern mit solchen Sorgen beim Telefondienst für Erziehungsfragen anrufen.

Die Zunahme der Anrufe ist nur zu einem Fünftel auf Fragen zur Radikalisierung zurückzuführen. Doch auch allgemeine Erziehungsfragen hingen damit zusammen, sagt Ilse De Block von der Telefonhilfe für Erziehung: "Ein Kind aus der Grundschule kommt nach Hause, wütend, denn es wird gemobt, weil er ein Muslim ist. Das ist eine Erziehungsfrage, aber darin lauert eine potenzielle Gefahr der Radikalisierung."

Und auch Eltern selbst sehen schneller eine Verbindung zur Radikalisierung , so eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Erziehungshilfetelefons: "Zum Beispiel hat mein Sohn in letzter Zeit sehr wenig Lust, noch etwas zu unternehmen. Das sind Fragen zur Pubertät, bei denen sich die Eltern aber ernsthaft anfangen, Sorgen zu machen und sich fragen, ob es möglich ist, dass sich ihr Kind radikalisieren wird."

Auch Mütter von Syrienkämpfern werden in den Telefondienst mit einbezogen. Das hilft. "Es ist sehr wichtig, auch von einer Mama, deren Sohn in Syrien gefallen ist, zu hören, was den Eltern echt helfen könnte", so De Block noch. "Falls nötig, werden die Eltern weitergeleitet."

Am heutigen Montag beginnt die Woche der Erziehung.