Naturschützer warnen vor Überarbeitung der Habitat-Richtlinie

Hunderte europäische Naturschutzorganisationen haben die Europäische Kommission an diesem Montagmittag mit virtuellen Botschaften übflutet. Sie setzen sich für den Erhalt mehrerer Naturschutzbestimmungen ein. Damit wollen sie den Druck auf die Europäische Kommission erhöhen.

Die Europäische Kommission überprüft seit Anfang letzten Jahres, ob die Vogelschutz- und Habitatrichtlinie noch angemessen sind.

Laut unter anderem der in Flandern und Brüssel aktiven Umweltorganisation Natuurpunt gebe es Pläne, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie auszuhölen.

Hendrik Moeremans von Natuurpunt betonte in der VRT: "In den heutigen europäischen Naturschutzgesetzgebungen ist der Naturschutz, zum Beispiel auch das Zusammenwirken von Industrie und Natur und Ähnliches, eigentlich sehr gut geregelt. Sie geben einen guten Rahmen vor. Ab dem Moment, ab dem daran gerüttelt wird, besteht die Gefahr einer Schwächung dieses Schutzes."

Europas Naturschutz-Richtlinien (Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat Richtlinie) gelten weltweit als effiziente Basis für den Schutz gefährdeter Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten. Bei einer Überarbeitung der Richtlinien befürchten Umweltorganisationen also eine Aufweichung der Gesetzgebungen.

Man müsse aufpassen, dass man das, für was man bei der Biovielfalt stehe, nicht einfach verliere, so Moeremans noch.

Habitat-Richtlinie

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie oder Habitatrichtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union. Sie soll zum Schutz und Erhalt natürlicher Lebensräume und  wildlebender Tiere und Pflanzen sowie zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt beitragen.