Diamanten-Prozess: Hohe Haft- und Geldstrafen

Beim großen Betrugsprozess um das internationale Transportunternehmen für Diamanten, Monstrey Worldwide Services, in Antwerpen sind die Angeklagten zu Haftstrafen von bis zu vier Jahren und zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichts handelt es sich bei den vorliegenden Betrugsfällen um „sehr ernste Vergehen“.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Monstrey Worldwide Services insgesamt vier Betrugskreisläufe aufgebaut hatte, über die Diamantenhändler kostbare Edelsteine schleusen konnten, ohne für den entsprechenden Handel Steuern zu entrichten. Das Kartell soll im Zeitraum 2000 bis 2005 auf diesen Wegen bis zu einer halben Milliarde Steuern hinterzogen haben.

Neben den Organisatoren dieser Schleuserwege für Diamanten standen auch die Nutzer des Systems in Antwerpen vor Gericht. Insgesamt 103 Angeklagte mussten sich wegen Urkundenfälschung, der Nutzung von gefälschten Dokumenten, Steuerbetrug, Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten.

Das Gericht von Antwerpen gab in seiner Urteilsverkündung an, dass die vorliegenden Straftaten „sehr ernst seien und demnach auch streng verurteilt werden müssen“. Einige der Angeklagten müssen für bis zu vier Jahre hinter Gitter und alle Beteiligten an diesen Kartellen und Kreisläufen müssen Millionenstrafen entrichten und ihre Steuerschulden begleichen.

Dabei werden viele der betroffenen Unternehmen Millionensummen verlieren oder abschreiben müssen. Hier war während des Verfahrtens in Sachen Bußgelder die Rede von einer Gesamtsumme von bis zu 100 Mio. €.