Gefängniswärter stürmten das Justizministerium

Die Demonstration der Gefängniswärter aus Wallonien und Brüssel in der belgischen Hauptstadt ist am Dienstagmorgen aus dem Ruder gelaufen. Eine Gruppe der Demonstranten stürmte das Kabinett von Bundesjustizminister Koen Geens (CD&V), drang dort ein und richtete Sachschäden an. Inzwischen konnte die Polizei die Demonstranten aber wieder aus dem Gebäude drängen.

Seit rund drei Wochen streiken die Gefängniswärter Walloniens und Brüssels wegen der Sparmaßnahmen im belgischen Justizwesen und wegen akutem Personalmangel. An diesem Dienstag war eine Demonstration einer Delegation der Schließer geplant, doch diese Veranstaltung lief aus dem Ruder.

An der Demonstration nahmen wesentlich mehr Gefängniswärter teil, als vorgesehen. Viele hatten sich vom Dienst mit einem Krankenschein freistellen lassen und waren ebenfalls nach Brüssel gekommen. Im Laufe des Dienstagmorgens stürmten einige von ihnen das Kabinett des Justizministers und richteten dort Sachschäden an (siehe Fotos).

Dabei stießen die Türe des Haupteingangs ein und zerstörten nach Angaben unserer VRT-Korrespondenten vor Ort Fenstern, Türen, Telefonanlagen, Kaffeemaschinen und anderes technisches Gerät. Einige der aufgebrachten Schließer warfen sogar Möbel aus den Fenstern. Im Laufe des Vorgangs gerieten einige der Gefängniswärter offenbar gegenseitig in Streit. Danach drängte die Polizei die Krawallmacher mit Hilfe von Pfefferspray wieder nach draußen.

Die Krawallmacher hinderten zudem die Journalisten an der Ausübung ihrer Arbeit. Ein Journalist der VRT-Radioredaktion musste Schläge einstecken und man zerstörte dessen Handy, als er versuchte, Fotos von den Vorgängen zu machen. Die TV-Kameraleute gaben angesichts der Drohungen klein bei und verzogen sich.