Flüchtlingskinder: Child Focus ist beunruhigt

Das belgische Kindersuchwerk Child Focus sorgt sich weiter um das Schicksal von Flüchtlingskindern, die unbegleitet in Belgien ankommen. Im vergangenen Jahr untersuchte Child Focus rund 1.500 Dossiers von Kindern in Belgien, die verschwinden konnten. Das waren genauso viele Fälle, wie im Jahr 2014.

In den meisten Fällen handelte es sich bei den Vorgängen um Kinder oder Jugendliche, die von zuhause ausgerissen waren, wie Child Focus auf ihrer Pressekonferenz bekanntgab. Etwa jeder zehnte ausgerissene Minderjährige sei sogar mehrmals abgehauen, einige von ihnen sogar fast zehnmal.

Eine positive Entwicklung ist laut Child Focus, dass mehr und mehr ausgerissene oder verschwunden Kinder und Jugendliche innerhalb von 48 Stunden nach ihrem Verschwinden auftauchen oder gefunden werden.

Flüchtlingskinder

Große Sorgen bereitet dem Kindersuchwerk aber die Tatsache, dass immer mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zum Beispiel aus Asylbewerberheimen oder Wohnheimen für Flüchtlinge verschwinden. 2015 wurden in dieser Hinsicht 36 Fälle bearbeitet. Im Jahr davor waren dies „nur“ 24 Dossiers.

Nach Schätzungen von Child Focus sind im Zuge der Flüchtlingsproblematik rund 10.000 minderjährige und allein reisende Flüchtlingskinder in Westeuropa verschwunden. Die belgischen Asylbehörden registrierten im vergangenen Jahr 5.050 unbegleitete Minderjährige, die hierher kamen.

Leider muss Child Focus feststellen, dass sich die Polizei nicht immer oder nicht intensiv genug mit solchen Fällen auseinander setzen kann. Doch wird hier an die Tatsache appelliert, dass gerade diese Gruppe Flüchtlinge leicht in die Fänge von Menschenschmugglern fallen kann, die sie später für andere Zwecke ausbeuten.