Kommunikationsprobleme am 22. März

Als der Flughafen von Zaventem und eine Metrostation im Brüsseler Stadtzentrum am 22. März von insgesamt drei Selbstmordattentaten heimgesucht wurden, hatten die Hilfskräfte mit heftigen Kommunikationsproblemen zu kämpfen. Das betraf sowohl das behördliche ASTRID-System, als auch die allgemeinen Mobilfunknetze, wie am Mittwoch im Parlamentsausschuss für die Aufarbeitung der Anschläge deutlich wurde. Von beiden Problemen waren auch die Notrufnummern 112 für allgemeine Notfälle und 100 für Feuerwehr und Ambulanz betroffen.
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Mobilfunknetzwerke

Bei der Ausschusssitzung am Mittwoch wurde eines sehr schnell deutlich: Schon kurz nach den Anschlägen war das Mobilfunknetz im Brüsseler Raum hoffnungslos überlastet und es war stundenlang nicht möglich, mit dem Handy zu telefonieren oder SMS-Berichte zu verschicken.

Vertreter des Telekom-Anbieters Proximus erklärten dazu, dass dies auch an den besonders strengen Normen für Mobilfunkmasten in der Region Brüssel-Hauptstadt liege. Nach Ansicht von Proximus würden derartige Probleme nicht mehr auftauchen, wenn Brüssel seine Normen den umliegenden Regionen Flanderns und Walloniens anpassen würde.

ASTRID-Netzwerk

Doch auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Hilfsdiensten – Polizei, Feuerwehr, Ambulanzen, Zivilschutz – verlief am 22. März nicht ohne erhebliche Probleme, wie der Parlamentsausschuss zur Aufarbeitung der Anschläge zutage förderte. Das so genannte behördliche ASTRID-Netzwerk kam kaum zum Tragen und die Sendemasten des Systems in Brüssel und in der Provinz Flämisch-Brabant musste bis zu zehnmal mehr Verbindungen verkraften, als bei „normalen Katastrophen“.

Auch hier müsse für mehr Kapazität gesorgt werden, so das Fazit der Ausschusssitzung. Zum einen müsse zur Verstärkung ein mobiler Satellitenwagen angeschafft werden und zum anderen müsse die komplizierte Technik des ASTRID-Netzes für jeden Mitarbeiter eines betroffenen Hilfsdienstes verständlich gemacht werden, damit es erst gar nicht zu Problemen kommt, hiermit im Notfall umzugehen. Schon länger fordern die Verantwortlichen gegenüber den Behörden mehr Netzkapazität, doch die Reaktionen waren stets negativ, wie zu vernehmen war.