Die Queen leiht Löwener Museum M ein Werk aus

Das „Portrait von Erasmus“ von Quinten Metsys aus dem Jahr 1517 ist in der zweiten Jahreshälfte im Löwener Museum M zu sehen. Das Werk kommt aus der Privatsammlung von Queen Elizabeth, der britischen Königin und gehört zu den herausragenden Stücken der Ausstellung „Auf der Suche nach Utopia“ im Museum M.

In diesem Jahr ist es genau 500 Jahre her, dass in Löwen das Werk „Utopia“ von Thomas More gedruckt wurde. Diesem Jahrestag um diese historische Ikone der mittelalterlichen Literatur widmet die flämisch-brabantische Universitätsstadt Löwen ein ganzes Festival mit einem Stadtfest und vielen Rahmenveranstaltungen. Doch die Ausstellung „Auf der Suche nach Utopia“ („Op zoek naar Utopia“) wird der absolute Höhepunkt dieser Feierlichkeiten sein.

Diese Ausstellung läuft im Museum M in Löwen vom 20. Oktober 2016 bis zum 17. Januar 2017 und zeigt rund 90 Werke aus der ganzen Welt. Eines davon ist eben das „Portrait von Erasmus“ von Quinten Metsys aus der Sammlung des britischen Königshauses.

Bei diesem Werk handelt es sich um eines von insgesamt vier Doppelportraits, die die beiden Humanisten Erasmus und Pieter Gillies im Jahr 1517 bei Quinten Metsys als Geschenk für ihren guten Freund Thomas More bestellten. Löwen wird auch zwei weitere dieser Portraits für diese Ausstellung ausleihen. In Sachen viertes und letztes Bild wird angeblich noch verhandelt.

Ausstellung in vier Teilen

Das Museum M teilt die Ausstellung „Auf der Suche nach Utopia“ in vier Bereiche ein. Im ersten Teil liegt der Fokus auf dem gleichnamigen Buch von Thomas More, in dem dieser die ideale Gesellschaft beschreibt, in der Glück und Gerechtigkeit oben an stehen. „Bilder von Paradies und Hölle“ ist der Titel des zweiten Teils und der dritte Bereich wird „Vorstellung des Unbekannten“ genannt werden. Die Ausstellung wird mit einem letzten Bereich abgerundet, in den Beispiele aus der Kunstgeschichte gezeigt werden, die sich mit der Suche nach einer „utopischen“ Gesellschaft auseinander setzten.

War Erasmus Mitautor von „Utopia“?

Im Rahmen der Vorbereitung der Ausstellung „Auf der Suche nach Utopia“ äußerte Professor Jan Van der Stock vom Wissenschaftlichen Zentrum für Mittelalterliche Kunst an der Löwener Universität (KU Leuven) noch eine interessante Vermutung. Seiner Ansicht nach ist der in dem More-Werk vorkommende Raphaël Hythlodaeus, der Mann, der in „Utopia“ die Geschichte der idealen Gesellschaft auf einer Insel erzählt, niemand minder als Erasmus von Rotterdam selbst:

„Thomas More war sehr gut mit dem zeitweise in Löwen lebenden Humanisten Erasmus und mit dem Antwerpener Stadtsekretär Pieter Gillies, in dessen Wohnung das Buch geschrieben wurde, eng befreundet. Erasmus hatte einige Jahre zuvor sein Buch „Lob der Torheit“ (Laus stultitiae) Thomas More gewidmet und er sorgte dafür, dass „Utopia“ in Löwen gedruckt werden konnte. Überdies enthält Mores Buch viele „erasmische“ Elemente, so dass es plausibel ist, zu vermuten, dass der „Pfuscher“ Raphaël Hythlodaeus der literarische Aliasname von Erasmus ist.“