“Kein Krieg zwischen dem Westen und dem Islam”

Premier Charles Michel (Foto), Belgiens Regierungschef, hat am Sonntagvormittag im Brüsseler Königspalast während einer Gedenkfeier für die 32 Opfer und vielen Verletzten der Terroranschläge vom 22. März, zur Einheit gegen den Terrorismus aufgerufen. Er sagte: „Wir werden die Terroristen bekämpfen, aber dies ist kein Krieg zwischen dem Westen und dem Islam.“

Zuvor waren die Namen der 17 belgischen und 15 ausländischen Terroropfer aufgerufen worden. Angehörigen hinterlegten eine weiße Rose zum Andenken an die Toten.

An der Gedenkfeier nahmen fast 600 Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland teil. Auch die gesamte Königsfamilie war anwesend, sowie zahlreiche Vertreter des Roten Kreuzes, der Hilfskräfte, der Polizei und natürlich viele Familienangehörige von Opfern und Verletzten. 11 Botschafter – darunter auch der Botschafter Deutschlands – waren im Palast.

König Philippe erklärte, Belgien habe nach den Anschlägen bewiesen, wie stark unsere Gesellschaft ist. „Wir haben uns nicht auseinanderspielen lassen, sondern haben reagiert mit einem Aufruf zur Einheit. Diese Reaktion hatte ein unschätzbaren Wert für unser Land. Hierauf können wir weiterbauen für die Zukunft unseres Landes.

Schwieriger, langer Kampf

Belgiens Regierungschef Michel richtete sich in seiner Rede erst direkt an die Familien der Opfer und rief dann das ganze Land zur Einheit auf.

„Wir dürfen uns nicht gegenseitig beschuldigen. Wir müssen vereint und stark sein. Wir werden alles tun, um die Terroristen zu verhaften. Dies ist ein schwieriger Kampf und er wird lange dauern. Es wird Erfolge und Niederlagen geben. Aber ich habe vollstes Vertrauen, dass wir am Ende erfolgreich sein werden“, so Premier Michel.

Er betonte: „Wir werden erfolgreich sein, weil wir an die Solidarität und die Werte unserer Demokratie glauben. Die Kraft der Freiheit wird die Angst immer besiegen. Wir verteidigen unsere Ideale. Es ist ganz egal, wer du bist, wenn du magst, was deine Religion ist. Wir sind alle gleich.“