17 französische Familien verklagen Belgien

Siebzehn Familien von Opfern der Anschläge in Paris werden Klage gegen den belgischen Staat erheben. Das hat ihre Anwältin am Montag bekannt gegeben.

Die Familien beschuldigen Belgien, nicht genug zur Verhinderung der Anschläge am 13. November 2015 getan zu haben. Sie stützen sich bei ihrer Klage auf einen Bericht des Comités P, das die Polizeibehörden in Belgien kontrolliert. 

Die französische Anwältin sagt, sie habe den vertraulichen Bericht selbst einsehen dürfen. Dieser zeige, dass die Brüder Abdeslam nicht richtig überwacht worden seien.

Anwältin Samia Maktouf zufolge enthülle der Bericht "gravierende Missstände". "Die Familien der Opfer wussten, dass es Missstände gab, aber nicht, dass diese so schwer waren", so Samia Maktouf.

Die Familien der Opfer werfen Belgien Versagen bei der Überwachung der Brüder Brahim und Salah Abdeslam vor, obwohl der Geheimdienst Informationen besessen habe, bei denen er hätte hellhörig werden müssen.

Anwältin Samia Maktouf sagt, sie schließe auch eine Klage gegen den französischen Staat nicht aus und warte noch auf den Bericht des französichen parlamentarischen Ausschusses.

Die Opfer der Familien würden bis zum Äußersten gehen, so die Anwältin noch.