Viele Ausländer wollen nicht mehr in Belgien studieren

Seit den Anschlägen vom 22. März scheint Belgien bei ausländischen Studenten in der Beliebtheitsskala gesunken zu sein. Die Brüsseler Universität VUB (niederländischsprachig) hat zum Beispiel derzeit 20 Prozent weniger Kandidaten, die sich dort eingeschrieben haben, als im letzten Jahr.

"Wir können nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass die Anschläge der Grund hierfür sind, aber wir vermuten natürlich, dass das der Hauptgrund ist. In umgekehrte Richtung haben wir das in diesem Jahr zum Beispiel auch bei unseren eigenen VUB-Studenten, die am Erasmus-Programm teilnehmen, bezüglich des Ziels Istanbul festgestellt. Auch hierfür haben wir einen Rückgang der Anträge verzeichnet. Das gleiche gilt für Studenten, die bereits angenommen waren und in letzter Minute baten, doch noch den Bestimmungsort wechseln zu dürfen", heißt es bei der Freien Universität von Brüssel an diesem Montag.

Auch bei der Schüleraustauschorganisation AFS sind in diesem Jahr weniger Anmeldungen für das nächste Schuljahr eingegangen als üblich. Außerdem hat knapp 10 Prozent der Kandidaten seine Anmeldung hinterher wieder annulliert. Dies gilt vor allem für junge Leute aus Südamerika.

Laut Mattias Van Hyfte von AFS liege das wiederum nicht nur an den Anschlägen von Brüssel: "Durch die Anschläge in Paris und die Kommunikation in Sachen Flüchtlingskrise, könnten die Menschen den Eindruck gewinnen, dass Europa von Flüchtlingen überflutet wird, was absolut nicht der Fall ist."

Weiter sagte Van Hyfte in der VRT an diesem Montag: "Ein wichtiger Faktor ist jedoch auch die politische und wirtschaftliche Situation in Südamerika. Dort sieht es nicht so gut aus, insbesondere was die Abwertung der Währung betrifft."