Brüsseler Hauptkommissar bei Demonstration verletzt

Pierre Vandersmissen ist einer der beiden Polizisten, die bei der Randale am Rande der Gewerkschaftsdemo gegen die Sparmaßnahmen der belgischen Bundesregierung verletzt wurden (Foto). Auch mehrere Demonstranten wurden verletzt. Inzwischen ist die Ruhe aber wieder eingekehrt und einige Brüsseler Verkehrsachsen konnten wieder freigegeben werden.

Nach Ablauf der Demonstration am Brüsseler Südbahnhof war es in der dortigen Umgebung vereinzelt zu Krawallen zwischen vornehmlich maskierten Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Randalierer bewarfen die Polizisten mit den verschiedensten Gegenständen, was die Ordnungshüter mit dem Einsatz von Wasserwerfern beantworteten.

Bei einem dieser Scharmützel wurde Hauptkommissar Pierre Vandersmissen von einem Projektil verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch ein weiterer Polizeibeamter musste in eine Klinik eingeliefert werden. Vandersmissen ist eigentlich der Leiter der Ordnungskräfte bei derartigen Veranstaltungen in Brüssel.

Neben den beiden Polizisten wurden auch etwa 20 Demonstranten bei der Randale verletzt. Dabei handelte es sich aber zumeist um Gewerkschaftler, die  randalierende Maskierte zur Ruhe aufrufen wollten und zwischen die Fronten gerieten. Im Laufe der Krawalle wurden rund 20 der Randalierer verhaftet. Zwei von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen. Ob darunter auch der Angreifer von Hauptkommissar Vandersmissen ist, war am Dienstagnachmittag noch unklar.

Umstrittener Hauptkommissar

Der Brüsseler Hauptkommissar Pierre Vandersmissen ist nicht ganz unumstritten. Vor rund einem Monat kam er in die Schlagzeilen, als die Polizei rund 100 Personen am Gedenkort für die Opfer der Anschläge vom 22. März an der Brüsseler Börse verhaften ließ. Unter den Verhafteten, die am Rande einer nicht genehmigten Demonstration eben den Opfern dieser Anschläge gedenken wollten, war unter anderem der Vorsitzende der belgischen Liga für die Menschenrechte, Alexis Deswaf.

Vandersmissen wies damals auf ein geltendes Demonstrationsverbot für Rechtsextreme und linke Gegendemonstranten hin, doch schnell wurde ihm vorgeworfen, den Rechtsgesinnten nahe zu stehen. Mehrere tausend Personen schlossen sich damals auf Facebook einer Rücktrittsforderung für den Hauptkommissar an.

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