Großdemo: Folgen für Busse und Bahnen

Die Großdemo der Gewerkschaften gegen die Sparpolitik der belgischen Mitte-Rechts-Regierung in Brüssel sorgt an diesem Dienstag in ganz Flandern für Probleme im öffentlichen Nahverkehr. Auch in Brüssel läuft der Nahverkehr nur auf Sparflamme. Die Bahn hingegen fährt, denn die Eisenbahner wollen, dass die Demonstranten die Hauptstadt ohne Probleme mit dem Zug erreichen.

In allen flämischen Provinzen und vor allem in den Groß- und Zentrumsstädten ist der öffentliche Nahverkehr erheblich gestört. Busse und Bahnen der regionalen flämischen Verkehrsgesellschaft De Lijn fahren kaum oder gar nicht. Im Zentrum von Antwerpen läuft fast nichts und die Vorstadtnetze sind erheblich gestört. In der Umgebung von Mechelen (Prov. Antwerpen) fährt nur etwa die Hälfte der Busse.

In den Provinzen Ost- und Westflandern blieb rund die Hälfte der Busse und Straßenbahnen in den Depots. In Gent z.B. fahren die Trams auf den Hauptachsen nur etwa alle halbe Stunde. In beiden Provinzen rollte der Schulbusverkehr am Morgen allerdings fast störungsfrei. In der Provinz Limburg sind etwa 60 % der Bediensteten an ihren Depots erschienen, doch der Verkehr rollt bei weitem nicht in vollem Umfang, vor allem nicht in den größeren Städten Hasselt, Genk, Sint-Truiden oder Tongeren.

In Flämisch-Brabant, vor allem dann im Norden von Brüssel, im Pajottenland und in der Region Dilbeek , nehmen viele Mitarbeiter von De Lijn an der Großdemo in der Hauptstadt teil. Deshalb fallen hier viele Busse aus, z.B. auf den Verbindungen von und nach Brüssel aus.

Und in Brüssel selbst?

In der belgischen Hauptstadt fahren nur die Metrolinien 1 und 2, die etwa alle halben Stunden fahren. Einige Tramlinien fahren eingeschränkt: Linien 3, 4, 7, 19, 25, 39, 51, 82, 92, 94 und 81. Auch die Buslinien 21, 29, 34, 46, 48, 60, 66, 71, 78, 87, 89 und 95 werden nicht in vollem Umfang bedient. Das liegt aber eher daran, dass die Demonstration, zu der bis zu 50.000 Teilnehmer erwartet werden, den Nahverkehr in erheblichem Maße stört. Was die Busse betrifft, gilt auch für einige Straßenbahnlinien.

Und die Bahn?

Generell kann gesagt werden, dass die Züge in ganz Belgien fahren. Die Eisenbahnergewerkschaften wollen, dass ihre Genossen problemlos zur Demo fahren können. Im Zuge der Demonstration, die gegen 11 Uhr 30 am Nordbahnhof beginnen wird, werden einige kleine Bahnhöfe in der Mitte des Nord-Süd-Tunnels nur eingeschränkt erreichbar sein. Das betrifft die Stationen Kapellekerk und Kongress, sowie auch den Zentralbahnhof. Nach 17 Uhr, wenn die Demo zu Ende geht, wird alles wieder normal verlaufen.

Jonas Hamers / ImageGlobe