Zugausfall in Wallonien, Verkehrsbehinderungen in Flandern

Der Bahnverkehr in Belgien ist am zweiten Tag in Folge aufgrund eines spontanen Streiks des Bahnpersonals gestört. In Flandern fährt rund die Hälfte der Züge, in Wallonien herrscht ein Totalausfall der Züge.

Am gestrigen Donnerstag hat es bereits Verkehrsbehinderungen bei der belgischen Bahn aufgrund eines Personalstreiks gegeben. Am heutigen Freitag geht der Streik in die 2. Runde.

Wallonien ist stärker betroffen als Flandern. In Wallonien liegt der Bahnverkehr an diesem Dienstag so gut wie still. "In Wallonien fahren nur wenige oder gar keine Züge", sagte Bart Crols von der belgischen Ban NMBS an diesem Freitagmorgen in der VRT. "In Flandern sieht es besser aus, aber wir fühlen die Auswirkungen. Zum Beispiel wird kein Material, das aus Wallonien kommt, geliefert."

Crols appelliert an die Fahrgäste, sich gut über die APP oder die Webseite zu informieren, bevor sie zum Bahnhof gehen. Doch zu allem Überfluss führe der "run" der Besucher auf die Infoseiten der digitalen Medien ebenfalls zu "Verspätungen", hieß es auch noch bei der NMBS am Morgen.

Erst gegen Mittag werden sich die Direktion und die Gewerkschaften erneut zu einem Gespräch gemeinsam an einen Tisch setzen.

Die Gewerkschaften bleiben allerdings bei ihren Forderungen: Sie verlangen, dass die Direktion die neue Regelung zur Berechnung der Ausgleichstage zurücknimmt, andernfalls werde der Protest fortgesetzt.

Vizepremier Jan Jambon (kleines Foto) von den flämischen Regionalisten (N-VA) ist der Meinung, dass man nicht vor den Gewerkschaften einknicken sollte. Er findet, dass die Regierung die nötigen Reformen auf jeden Fall durchführen müsse.

Er mahnt die Gewerkschaften deshalb zur Verantwortung: "Ich weiß nicht, ob die Regierung das nicht unter Kontrolle bekommt. Es ist auch nicht unsere Rolle, das unter Kontrolle zu bekommen. Wir sind eine Reformregierung und die stößt auf Tabus."

"Ich stelle fest, dass sich die Opposition vor allem auf französischsprachiger Seite befindet. Ich hoffe, dass die Menschen ihren Verstand benutzen. Der Schaden, den sie zufügen, materiellen, aber auch immatriellen, ist enorm. Und ich denke, dass jeder  Verantwortung übernehmen muss", so Jambon noch.