Übernahme von PostNL durch Bpost geplatzt

Nach Angaben der belgischen Post, Bpost, hat die Übernahme der niederländischen Post, PostNL, nicht geklappt. Die Verhandlungen zu diesem Deal seien ohne Ergebnis abgebrochen worden. Belgiens Postchef Koen Van Gerven gab an, die unterschiedlichen Auffassungen beider Seiten hätten den Vorgang letztendlich unmöglich gemacht.

Erst am Freitag war bekanntgeworden, dass die belgische Post ihren niederländischen Mitbewerber übernehmen wollte und dass entsprechende Verhandlungen bereits sein Monaten geführt wurden. Ebenfalls am Freitag wurde der Aktienhandel der betroffenen Unternehmen an den Börsen von Brüssel und Amsterdam ausgesetzt.

Damit musste in den Verhandlungen ein Gang zugelegt werden, doch es stellte sich heraus, dass die Meinungsunterschiede zum Verlauf dieses Deals zu groß waren, wie Belgiens Postchef Koen Van Gerven (kl. Foto) dazu angab.

Postchef Van Gerven warf dem früheren belgischen Bundesminister für die staatlichen Unternehmen, Pascal Labille (PS), allerdings vor, den Vorgang in die Öffentlichkeit gebracht zu haben, bevor er spruchreif gewesen sei. Dieser hatte am Freitag gegenüber unseren Kollegen des frankophonen Rundfunks RTBF angedeutet, dass "die Post in einigen Stunden aufhört, ein staatliches Unternehmen zu sein."

Laut Van Gerven müsse man aber in der heißen Phase solcher Verhandlungen diskret bleiben. Er wisse nicht, was Labille mit seinen Andeutungen gewollt habe, so Van Gerven, doch diese Andeutungen könnten zum Abbruch der Gespräche geführt haben. Für die belgische Post, "ein gesundes Unternehmen", sei das bedauernswert, denn die Übernahme von PostNL wäre wirtschaftlich eine "gute Sache" gewesen.

Belgiens Postminister Alexander De Croo (Open VLD - kl. Foto) will sehr wohl wissen, warum der frankophone Sozialist Labille den B-Post-PostNL-Deal zur Sprache gebracht hat. Mit dieser sensiblen und „börsenanfälligen“ Andeutung, so De Croo montagfrüh gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, habe er die Gewerkschaften auf den Plan gerufen, die sofort wissen wollten, was die Folgen dieser Übernahme für die Beschäftigten in Belgien sein könnten: "Sein Ziel war, bei Bpost einen Streik zu entfachen."

Labille, so De Croo, habe Falschinformationen in die Welt gesetzt, denn die belgische Regierung habe keine Absicht, ihre Post-Aktien zu verkaufen. Dazu gebe es gesetzliche Regelungen und die würden für jeden gelten. Dies betrifft u.a. das so genannte "Insiderwissen", Vorkenntnisse zu börsenrelevanten Bereichen. Ob sich Labille hier strafbar gemacht hat, wird inzwischen Untersucht.

Nach Ansicht des flämischen Liberalen De Croo würden damit die Masken der frankophonen Sozialisten fallen. Damit unterstellt er der PS, dass diese eine Mitschuld an den derzeitigen Streiks in Wallonien haben (Gefängniswärter und Eisenbahner).