Aus für alte Dieselautos: Brüssel ab 2018 Umweltzone

Ab 2018 dürfen Dieselautos, die über 20 Jahre alt sind, nicht mehr nach Brüssel fahren. Die vollständige Region Brüssel-Hauptstadt wird zur Umweltzone. Das Vorhaben gehört zu einem Plan, mit den die Brüsseler Regionalregierung den Schadstoffausstoß im Straßenverkehr zurückdrängen will.

Die Koalitionspartner in der Brüsseler Regionalregierung einigten sich am Donnerstag auf die Einführung einer Umweltzone auf dem gesamten Gebiet der Hauptstadt-Region. Das bedeutet, dass mit Dieselmotoren angetriebene Fahrzeuge mit Baujahren vor 1997 ab 2018 nicht mehr in der Region Brüssel-Hauptstadt zugelassen sind.

Brüssel will dies anhand von Kameras an den Einfallswegen handhaben, die die Nummernschilder aller Autos kontrollieren. Dies ist aber nur ein erster Schritt, denn sukzessive werden weitere Einschränkungen für Dieselfahrzeuge in der Hauptstadt eingeführt werden.

Nicht zuletzt wird dies auch über die Fahrzeugsteuer erfolgen, bei der Dieselmotoren mittelfristig deutlich höher belastet werden sollen. Unlängst hat die EU-Kommission Brüssel noch gerügt, weil der Stickstoffausstoß in Stadt und Region seit Jahren höher liegt, als von der Union eigentlich zugelassen.

Zudem kommt noch, dass die Brüsseler Autokäufer - wohl auch viele Unternehmen, die Dienstwagen anschaffen - besonders dieselfreundlich sind. Im Gegensatz zu allen anderen Ländern und Regionen in Belgien steigt hier der Absatz von Dieselwagen weiter an.

Ein weiteres Problem der belgischen Hauptstadt ist auch die hohe Zahl an älteren Lieferwagen, die hier ständig rundfahren. Dies ist aber ein Problem, mit dem wohl alle größeren Städte zu kämpfen haben.

2008 Getty Images

Auch in Antwerpen

Übrigens, Antwerpen führt die Umweltzone bereits früher ein. Hier werden die Fahrer von schadstoffreichen Dieselfahrzeugen ab dem 1. Februar 2017 zur Kasse gebeten. Ab dann werden solche Autos mit einer Tagesgebühr von 20 € oder mit einer Jahresgebühr von 350 € „bestraft“.