Brüsseler Terrorist Polizei als Krimineller bekannt

Khalid El Bakraoui (Foto), einer der drei Selbstmordattentäter vom 22. März in Brüssel, war der Polizei vorher schon als Krimineller bekannt. 2011 wurde er zu mehreren Jahren Haft nach gewalttätigen und bewaffneten Überfällen verurteilt. Unter Auflagen vorzeitig aus der Haft entlassen, schloss er sich erneut einer kriminellen Bande an, die über Kalaschnikows verfügte, wie der frankophone Rundfunk RTBF meldet.

Vier Jahre nach seiner Verurteilung wegen gewalttätiger Überfälle, bei denen El Bakraoui nachweislich eine Kalaschnikow nutzte, fiel der spätere radikal-islamistische Terrorist der Polizei erneut in Zusammenhang mit schweren Waffen auf. Nachdem bei einem Einbruch in eine Waffenkammer Kalaschnikow-Magazine entwendet worden waren, hörte die Polizei einige dringend verdächtige Personen ab und stellte dabei fest, dass darunter Khalid El Bakraoui war - ein alter Bekannter.

Offenbar stand er in Kontakt zu Personen, die im Verdacht standen, mir illegalen Waffen zu handeln. Am 21. Oktober 2015 durchsuchte die Polizei die Wohnung El Bakraouis in Laken, einem Stadtteil von Brüssel. Wie die RTBF dazu herausgefunden hat, wurde dabei nichts gefunden, was man dem einschlägig bekannten Kriminellen hätte nachweisen können. Allerdings fanden die Ermittler in dessen Computer Material, das auf Sympathien zur IS hinwies. Inzwischen tauchte der Verdächtige unter.

Unter falschem Namen mietete er aber in Charleroi eine Wohnung, von der aus ein gewisser Abdelhamid Abaaoud die Anschläge vom 13. November 2015 in Paris geplant hatte. Einige Monate später, so wissen die Ermittler heute, mietete er ebenfalls unter falschem Namen eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Vorst, in der sich Salah Abdeslam nach seiner Flucht aus Paris verstecken konnte. Am 22. März 2016 schließlich sprengte sich Khalid El Bakraoui in einem U-Bahnzug in der Brüsseler Metro (Foto) selbst in die Luft…

Im Oktober 2015, knapp drei Wochen vor den Pariser Anschlägen, hatte die belgische Polizei den späteren Attentäter also schon an der Angel, ließ ihn aber wieder laufen, wonach er untertauchen konnte. Um seine Spuren zu verwischen, trennte sich El Bakraoui sogar offiziell von seiner Frau. So konnte der Polizei entgehen, dass ein notorischer Krimineller in den islamistischen Terror abrutschte, auch wenn dieser mit typischen Waffen zu tun hatte und bekanntermaßen IS-Propaganda auf seinem Computer speicherte.

Bei den Anschlägen auf den Flughafen von Zaventem und den U-Bahnzug in der Metrostation Maalbeek waren am 22. März 2016 32 Personen, darunter die drei Selbstmordattentäter, ums Leben gekommen und über 300 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.