Der Bahnstreik sorgt für wirtschaftlichen Schaden

Der belgische Unternehmerverband VBO warnt vor wirtschaftlichen Schäden, wenn der nun schon über eine Woche dauernde Bahnstreik noch lange weitergeht. In zahllosen Unternehmen drohe Kurzarbeit und technische Arbeitslosigkeit, so VBO-Manager Pieter Timmermans (Foto). Den Unternehmen drohen Millionenverluste. Die Chemie- und die Stahlindustrie in Belgien spüren den Streik schon jetzt besonders deutlich.

Präzise Zahlen durch die Verluste wegen des Bahnstreiks konnte Timmermans nicht nennen, doch der wilde (d.h. nicht angekündigte) Streik der Eisenbahner denkt an zweistellige Millionenbeträge. Betroffen seien vor allem der Chemiesektor, bei dem bestimmte Rohstoffe und Produkte nur per Bahn transportiert werden können und dürfen und die Stahlindustrie. Auch hier werden fast alle Produkte und Rohstoffe mit dem Zug befördert.

Hinzu kommen noch verderbliche Waren und Güter, wie in erster Linie Lebensmittel. In den Häfen von Gent und Antwerpen türmen sich die Nahrungsmittel in den Lagern, weil die in so großen Mengen kaum anders, als mit der Bahn weitertransportiert werden können.

VBO-Mann Timmermans geht mit den Streikenden hart ins Gericht. Durch ihre Aktionen würden sie für Kurzarbeit und für technische Arbeitslosigkeit sorgen. Dies wiederum würde bei den Betroffenen zu Einkommensverlusten sorgen. Damit, so Verbandsleiter, würden die Streikenden ihre Probleme auf andere abwälzen.

Garantierte Minimum-Dienstleistung auch im Güterverkehr

Schon seit Jahren wird in Belgien über ein garantiertes Mindestangebot bei Streiks im Personenverkehr bei der Bahn diskutiert. Die verschiedenen Unternehmerverbände fordern jetzt, dass man in dieser Hinsicht auch über den Güterverkehr nachdenken müsse.

Timmermans fordert sogar, dass beide Bereiche in den nächsten Geschäftsführungsvertrag zwischen der Bahngesellschaft NMBS/SNCB und der belgischen Bundesregierung aufgenommen werden müssten.