Bahngewerkschafter gehen langsam wieder an ihre Arbeit

Erstmals in dieser Woche verläuft der Bahnverkehr wieder flüssiger. Am gestrigen Donnerstag hat die französischsprachige Gewerkschaft laut der Zeitung De Tijd angekündigt, dass ihre Mitglieder die Arbeit ab diesem Freitagmorgen schrittweise wieder aufnehmen würden.

In Flandern fahren 9 von 10 Zügen, allerdings sind einige Züge gestrichen worden, zum Beispiel die direkte Verbindung zwischen Essen und Brüssel. 

Dimitri Temmerman von der belgischen Bahn NMBS sagte gegenüber der VRT: "Auf allen wichtigen Verbindungen nach Brüssel und Antwerpen sind die Einschränkungen sehr begrenzt, allerdings mussten die Dienstzeiten geändert werden, damit der Bahnverkehr auf den großen Strecken garantiert werden kann." Das habe natürlich Auswirkungen auf die kleineren Strecken, zum Beispiel auf die Verbindung Essen - Brüssel. Die Fahrgäste haben auf dieser Strecke normalerweise eine direkte Verbindung. Jetzt müssen sie jedoch zunächst  von Essen nach Antwerpen fahren und dort auf den Intercity nach Brüssel umsteigen.

In Wallonien hat sich die Situation im Vergleich zu den letzten Tagen etwas verbessert. Allerdings ist hier der Bahnverkehr immer noch schwer beeinträchtigt.

Die sozialistische Gewerkschaft hat jedenfalls seine Mitglieder dazu aufgerufen, wieder an die Arbeit zu gehen. Die christliche Gewerkschaft hatte nicht zum Streik aufgerufen. 

An diesem Morgen sitzen die Gewerkschaften und die Bahndirektion erneut für Beratungen zusammen. Ludo Sempels von der sozialistischen Gewerkschaft ACOD sagte in der VRT: "Wir haben gestern beschlossen, dass der Streik auch in Wallonien eingestellt wird. Diesen Entschluss haben wir intern aufgrund von mehreren Tatsachen gefasst. Da heute noch Beratungen stattfinden, werden wir schauen, ob es eine Öffnung hin zu einem Abkommen gibt."

Anlass des spontanen Streiks war der Entschluss der Bahndirektion, die Ausgleichszahlungen für Mehrarbeit anders zu berechnen. Die Gewerkschaften sagen nun, dass sie bei den Beratungen auch darüber sprechen wollen, auf welche Weise die Bahn ihre Effizienz erhöhen könne.

Anstrengungen für mehr Gütertransport auf der Schiene zunichte gemacht

Infolge des Bahnstreiks haben sich viele Unternehmen entschieden, beim Gütertransport wieder auf Lkw umzusteigen.

Das sagte Stephan Vanfraechem von Alfaport, der Dachorganisation der Antwerpener Hafenbetriebe. Es sei schade, dass damit die Anstrengungen, die man als Gemeinschaft mache, um mehr Güter auf der Schiene zu befördern und den Druck von den Straßen zu nehmen, zunichte gemacht würden. Die Aktionen würden weder dem Hafen noch den Arbeitnehmern des Bahnunternehmens helfen. Für sie werde es nun noch schwieriger, so Vanfraechem noch.