Estnischer Investor für das E.on-Kraftwerk Langerlo

Ein Unternehmen aus Estland hat das Gas- und Steinkohlekraftwerk Langerlo in Genk in der flämischen Provinz Limburg übernommen. Das Unternehmen Graanul Invest übernimmt alle Anteile der in Konkurs gegangenen deutschen Gruppe German Pellets und kann in den kommenden 10 Jahren von hohen Zuschüssen aus der flämischen Landeskasse profitieren.

Insgeheim hegte die flämische Landesregierung den Wunsch, dass es für Langerlo keinen Übernahmekandidaten gibt. Das Gas- und Steinkohlekraftwerk (550 Megawatt) gehört eigentlich der deutschen Industriegruppe E.on/Uniper, die es aber an German Pellets aus Wismar verkauft hatte. Doch dieses Unternehmen ist jetzt in Konkurs gegangen.

Eigentlich wollte German Pellets Langerlo zu einem Biomasse-Kraftwerk umbauen und die flämische Landesregierung zeigte sich vor einigen Jahren dazu bereit, dieses Projekt mit 2 Mia. € innerhalb von 10 Jahren zu bezuschussen. Finanziert werden soll(te) dies über die inzwischen heftig umstrittene Energieabgabe.

Doch jetzt fand sich mit Graanul Invest, der derzeit größte Produzent von Pellets (gepresste Holzspäne mit hoher Heizkraft) Europas, ein Übernahmekandidat, der am Konzept des Umbaus der Anlagen in Langerlo zu einem Biomasse-Kraftwerk festhält und der demnach mit den flämischen Zuschüssen rechnen kann, denn diese sind projektgebunden und unabhängig vom Betreiber der Anlagen.

Nach Angaben des estnischen Wirtschaftsblatts Baltic Course will Graanul Invest selbst den Umbau auf Pellet-Verbrennung mit 250 Mio. € finanzieren und den Betrieb über die Zuschüsse laufen lassen. Die flämische Landesregierung muss jetzt wohl zähneknirschend auf einen Teil der geplanten Senkung der Energieabgabe verzichten…