Wieder richten Unwetter schwere Schäden an

Die schweren Unwetter und Regenfälle, die weite Teile unseres Landes in der zweiten Tageshälfte des Dienstags heimgesucht hatten, sorgen auch am Mittwoch noch für erhebliche Probleme. Das Wasser kann durch den inzwischen gesättigten Boden kaum noch abfließen und viele Wasserläufe lassen ihre Pegel weiter steigen…

In der Provinz Ostflandern wurde Geraardsbergen schwer getroffen. Die Kommunalverwaltung erließ den lokalen Notfallplan, denn es mussten einige Bewohner bestimmter Viertel evakuiert werden. Bürgermeister Guido De Padt (Open VLD) gab gegenüber dem VRT-Sender Radio 2 an, in seinen 34 Jahren aktiver politischer Laufbahn in Geraardsbergen noch nie so etwas erlebt zu haben: „In einigen Häusern steht das Wasser einen Meter hoch.“

Inzwischen ist auch die Bahnstrecke, die durch Geraarsbergen verläuft, wegen über- und unterspülter Gleise unterbrochen. Zudem sorgte ein Blitzeinschlag in die Signalanlage für technische Probleme im dortigen Bahnverkehr. Nicht zuletzt beobachten die Behörden den Pegelstand der Dender mit Sorge, denn dieser stieg am Mittwochmorgen noch an.

In Flämisch-Brabant war Sint-Pieters-Leeuw (Foto oben) am schwersten betroffen. Hier braust das Wasser des Zuurbeek drei Meter höher als normal durch den Ort. Auch hier gilt der kommunale Notfallplan. In Aarschot musste ein Seniorenheim evakuiert werden und ein Haus brannte nach einem Blitzeinschlag ab. In Halle steht der Marktplatz unter Wasser. Zudem haben die Flüsschen Grote Motte in Rillaar und die Grote Lasting in Wezemal ihren Höchststand erreicht… Im benachbarten Brüssel mussten Metro- und Straßentunnel zeitweise geschlossen werden, doch hier verlief am Mittwochmorgen wieder alles recht „normal“.

Die Provinz Antwerpen wurde dieses Mal wesentlich verschont, doch Limburg bekam die Unwetter einmal mehr mit voller Wucht zu spüren. Die Notrufzentrale von Hasselt erhielt am frühen Abend rund 500 Meldungen, die vor allem aus den Ortschaften Bilzen, Hoeselt, Opglabbeek, Kinrooi, Neeroeteren und Maaseik kamen. Überall wurden Straßen, Keller und Wohnungen überschwemmt und es galt auch dort der kommunale Notfallplan. Die Betroffenen arbeiteten die ganzer Nacht, um die gröbsten Schäden zu beseitigen, so Maaseiks Bürgermeister Jan Cremers (CD&V): „Wir haben das Schwerste hinter uns. Zum Glück haben die Auffangbecken ganze Arbeit geleistet.“

Wallonien

In Wallonien waren die Provinzen Hennegau und Wallonisch-Brabant besonders betroffen. In Tournai und Genappes mussten Feuerwehr und Zivilschutz dutzende Male ausrücken. In der Provinz Lüttich war nach Montag erneut der Osten betroffen. Hier war die Bahnlinie zwischen Lüttich und Verviers zeitweise unterbrochen, weil bei Trooz der Bahntunnel überschwemmt war. Limbourg, Verviers, Mont Rigi, Welkenraedt und Malmedy meldeten schwere Schäden und im deutsch-belgischen Grenzraum war die Gemeinde Raeren betroffen. Über der gesamten Region gingen starke Regenschauern nieder.