"Optima Bank heute oder morgen bankrott"

Das Genter Finanzinstitut Optima Bank wird voraussichtlich an diesem Donnerstag oder am morgigen Freitag für zahlungsunfähig erklärt. Das hat das Finanzministerium gegenüber den VRT Nachrichten gesagt.

Es sei so gut wie sicher, dass der Konkurs über die Bank verhängt werde. Allerdings müsse das immer noch ein Richter machen, sagt Francis Adyns, der Sprecher des Finanzministeriums. 

Das werde jetzt schnell gehen, möglicherweise heute noch oder morgen, heißt es weiter.

Schon vor zwei Tagen hat die Nationalbank der Optima Bank die Banklizenz entzogen. Das erfolgte, weil "Unregelmäßigkeiten" bei der Bankführung festgestellt wurden. Es könnte sich dabei um strafrechtliche Verstöße wie Betrugsdelikte handeln.

Am gestrigen Mittwoch wurden bereits die Konten der Bankkunden blockiert, um einem Ansturm auf die Bank und massenhaften Geldabhebungen zuvorzukommen.

Sobald die Bank effektiv und formal für bankrott erklärt ist, können die Konteninhaber bei Optima den Garantiefonds für Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen. Der Fonds wird die blockierten Einlagen innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Bedingungen zurückzahlen. Das bedeutet maximal 100.000 Euro pro Kunde.

Ein misslungenes Bankabenteuer

Optima wurde 1991 als Spezialbank für die Finanzplanung von Vermögen, Renten und Nachlässe gegründet. Das Unternehmen war auch im Immobiliensektor tätig. 2011 übernahm Optima die Ethias Bank.

Der Versicherer Ethias musste damals den Anweisungen der Europäischen Kommission folgen und seine Bank abstoßen. Im Gegenzug dazu durfte er mit staatlichen Beihilfen von 1,5 Milliarden Euro rechnen. Das war im Anschluss an den Untergang von Dexia, bei der Ethias Referenzaktionär war. 

Die Übernahme der Ethias Bank brachte Optima nicht nur 30.000 zusätzliche Kunden, sondern auch eine Banklizenz. Die Bankaktivitäten verliefen aber nicht so gut und 2014 entschied Optima, diese abzubauen und zu einer Börsengesellschaft zu werden. Mit der heutigen Situation verliert die Bank das Vertrauen ihrer Kunden.

Eine mögliche Lösung könnte die Übernahme durch einen anderen Finanzspieler sein, der dann auch die Kunden übernimmt - wie das zuvor schon bei der Kaupthing Bank der Fall war.