Minister will auch im Beneluxzug automatische Notbremse

Im Beneluxzug, der zwischen Brüssel und Amsterdam verkehrt, sei kein automatisches Bremssystem eingebaut, das den Zug, im Falle des Überfahrens eines roten Signals, anhält.

Der Beneluxzug fährt auch auf der vielbefahrenen Strecke zwischen Antwerpen und Brüssel. Er fährt mit angemieteten Lokomotiven, die den Hochgeschwindigkeitszug Fyra ersetzen. Laut dem Bahnexperten Herman Welter sei es unfassbar, dass diese Züge nicht mit einer automatischen Notbremse ausgerüstet seien.

"Antwerpen-Brüssel ist eine sehr vielbefahrene Strecke. Die Beneluxzüge fahren dort im Stundenrhythmus und man muss wissen, dass man auf der Strecke Antwerpen-Brüssel an einigen Stellen 160 Stundenkilometer fahren darf. Solange der Lokomotivführer gut aufpasst, ist das kein Problem, aber wenn man das System auf die ganze Strecke ausweitet und alle anderen Züge sind damit ausgestattet, ist es unbegreiflich, dass man die 8 oder 10 Lokomotiven nicht damit versieht", so Welter.

Verkehrsminister François Bellot (kleines Foto) will so schnell wie möglich das automatische Bremssystem TBL1+ in den Beneluxzügen. Alle Inlandszüge haben das bereits. Nach dem Zugunglück vom Samstagabend in Saint-Georges ist viel hierüber diskutiert worden.

Gleichzeitig weist Bellot darauf hin, dass das einige Zeit dauern könne. Es sei nicht dasselbe, wie ein Ersatzteil in ein Auto einzubauen, so Bellot. "Ich werde die SNCB (NMBS, Red.!) auffordern, sich technisch gesehen zu beeilen. Bei einer Lokomotive ist das nicht so einfach. Bei ihr kann man nicht so leicht ein Teil in einer Wekstatt ersetzen wie bei einem Auto." Bellot sagte auch noch, er werde versuchen, die Dinge zu beschleunigen.