Wie Niederländer zu Fans der Roten Teufel wurden...

Ein Kneipenwirt aus einem nahe der belgischen Grenze gelegenen Örtchen bei Maastricht in der niederländischen Provinz Südlimburg hatte unlängst eine gute Idee, um doch noch von der Fußball-EM in Frankreich zu profitieren. Da die niederländische Mannschaft nicht dabei ist, erklärte er seine Straße kurzerhand zu belgischem Gebiet und wird mit seiner Kundschaft ganz einfach mit den Belgiern halten.

Die Sache war so originell wie einfach. Ein nachgemachter Grenzpfosten wurde gegenüber der Kneipe rund 300 m von der belgisch-niederländischen Grenze entfernt landeinwärts aufgestellt und damit wurde es für die Kundschaft aus dem „Café de Pepel“ in Wolder, einem Ortsteil von Maastricht, leicht, bei der Europameisterschaft die Roten Teufel zu unterstützen. Das ist mal eine ganz andere Form von „Ohne Holland fahr’n wir zur EM!“

Für Coen Smits, dem Wirt von „Café de Pepel“ in Maastricht unweit der belgischen Grenze, musste eine Lösung gefunden werden, denn eine EM ohne „Oranje“ bleibt eine EM und da muss man irgendwie mitmachen. Er verlegte am vergangenen Donnerstag kurzentschlossen die belgisch-niederländische Grenze und stellte symbolisch einen neuen Grenzpfosten vor seiner Kneipe auf. Jetzt liegt „Café de Pepel“, zumindest für die Dauer der Europameisterschaft, im Nachbarland Belgien, das, anders als die Niederlande, in Frankreich mit dabei ist.

Und historisch ist das Ganze noch nicht mal ein revolutionärer Vorgang, denn bis in die 1920er Jahre hinein war die Gegend hier belgisch… Das überzeugte auch den Bürgermeister der nahegelegenen Gemeinde Riemst in Flämisch-Limburg. Mark Vos kam zur Grenzverlegung ein Bierchen trinken, denn schließlich „liegt diese Gegend ja jetzt in meiner Gemeinde.“ Seine Amtskollegin Annemarie Penn aus Maastricht hingegen zeigte nur wenig Humor und tauchte zum ersten „Rote Teufel-Tag“ am Donnerstag in Wolder nicht auf…