"Empfehle Fusion der Brüsseler Polizeizonen"

Belgiens Innenminister Jan Jambon (Foto) gab in einem Gespräch mit der flämischen Sonntagszeitung De Zondag zu verstehen, dass er und seine Partei, die flämischen Nationaldemokraten N-VA, eine Fusion der Polizeizonen in Brüssel nicht fordern werden. Man halte sich an das Koalitionsabkommen, empfehle eine solche Fusion allerdings, so Jambon.

Die Region Brüssel-Hauptstadt besteht aus nicht weniger als 19 Gemeinden und innerhalb dieser Gemeinden wurden sechs Polizeizonen gebildet. Doch offenbar ist dies ein Schwachpunkt, der bei den Anschlägen vom 22. März auf den Nationalflughafen in Zaventem (Prov. Flämisch-Brabant) und einen U-Bahnzug in der Brüsseler Metrostation Maalbeek einmal mehr deutlich wurde.

Trotzdem verzichten Innenminister Jambon und seine Partei N-VA zum jetzigen Zeitpunkt auf die Forderung, diese Polizeizonen fusionieren zu lassen, zu entweder größeren Einheiten oder gar einer einzigen Zone für die gesamte Region. Man halte sich an das Koalitionsabkommen auf belgischer Bundesebene, so der Innenminister gegenüber De Zondag: „Das Regierungsabkommen ist deutlich und öffnen keine zwischengemeinschaftlichen Dossiers. Wir werden diese Fusionen empfehlen, aber nicht verpflichten. Daran halten wir uns.“

Er sei, so Jambon weiter, nicht sicher, ob eine Fusion der Brüsseler Polizeizonen den Anschlag vom 22. März hätte verhindern können: „Wenn morgen alle Parteien grünes Licht geben, dann machen wir natürlich mit. Ich stelle aber fest, dass mindestens eine Partei davon nicht überzeugt ist und diese kann sich auf das Koalitionsabkommen berufen (Jambon meint die liberale frankophone Reformbewegung MR (A.d.R.)).“

Der Innenminister schließt aber nicht aus, dass das Thema nach den nächsten Parlamentswahlen in Belgien 2019 wieder auf die Tagesordnung von Koalitionsverhandlungen kommen wird: „Wenn es von mit abhängt, dann können sogar mehr Polizeizonen fusionieren. 189 Polizeizonen in einem Land wie Belgien ist einfach zu viel.“