Küstenregion: Mit Drohnen gegen Transitflüchtlinge

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) und der Gouverneur der Provinz Westflandern, Carl Decaluwé, denken ernsthaft über den Einsatz von Drohnen gegen Flüchtlinge, die über belgische Häfen die britischen Inseln erreichen wollen. Derzeit steigt die Zahl dieser meist aus Richtung Frankreich kommenden so genannten „Transitmigranten“ wieder deutlich an.

In der vergangenen Woche trafen sich Innenminister Jambon, Provinzgouverneur Decaluwé und Vertreter von Polizei, Zoll und Ausländerbehörden zu Gesprächen darüber, wie man die Zahl der Flüchtlinge, die via Belgien nach Großbritannien reisen wollen, zurückdrängen könnte. Nächste Woche sollen bei einem Folgetreffen Maßnahmen erlassen werden.

Neben der geplanten Mitarbeit von privaten Sicherheitsfirmen könnte eine dieser Maßnahmen der Einsatz von Drohnen sein, die die belgisch-französische Grenze zu Westflandern, die LKW-Parkplätze auf den Autobahnen in Richtung Nordseeküste und die Häfen von Ostende, Zeebrügge oder Nieuwpoort überwachen könnten.

Noch im Monat Mai war die Zahl der Transitflüchtlinge zurückgegangen, doch jetzt im Juni schnellen die Zahlen wieder nach oben. Offenbar haben sich Schlepperbanden darauf spezialisiert, Flüchtlinge über den Seehafen von Zeebrügge nach England zu bringen. Diese Vermutung verdichtete sich nach der Verhaftung eines Iraners, der ähnliches bei einem Verhör äußerte.

Westflanderns Provinzgouverneur Carl Decaluwé forderte auch die britische Regierung auf, hier Einsatz zu zeigen. Im Zuge des Flüchtlingsdramas in den mittlerweile geschlossenen illegalen Lagern in Calais und in Dünkirchen hatten die Briten Frankreich finanziell unterstützt - mit Erfolg für die Franzosen. Doch dadurch verlagerte sich das Problem lediglich nach Belgien. Deshalb ruft Decaluwé Großbritannien dazu auf, auch in seiner Provinz Westflandern aktiv zu werden.