Vorsicht bei gewerblicher Nutzung der "Roten Teufel"

Aus einer Umfrage des Unternehmerverbandes Unizo wurde deutlich, dass vier von 10 Selbständigen vorhat, den Hype um die belgische Fußball-Nationalmannschaft, genannt die Roten Teufel, und die EM in Frankreich kommerziell auszuspielen. Doch die Geschäftsleute sind gewarnt. Der Begriff "Rote Teufel" und das Dreizack-Logo genießen den Markenschutz des belgischen Fußballverbandes KBVB.

Rund 40 % der Selbständigen aus dem Bereich „business-to-consumer“ wollen den Hype um die Roten Teufel bei der derzeitigen Fußball-EM im benachbarten Frankreich ausspielen. Das geh    t von Schaufenster- und Ladendekorationen bis hin zu besonderen Angeboten oder Spielen und Verlosungen. Gaststätten sind in die Landesfarben schwarz-gelb-rot eingetaucht und bieten Menus à la Teufel-Salat, Diabolo-Snack oder Hazard-Steak an. Nicht selten tritt die Belegschaft entsprechend verkleidet an - auch in Büros oder Ämtern.

Die Sache, so erwartet der Unternehmer- und Selbständigen-Verband Unizo, wird in dem Maße zunehmen, in dem sich die Roten Teufel für die nächste oder die nächsten EM-Runde qualifizieren (woran hierzulande niemand zweifelt...). Doch der Verband will seine Mitglieder warnen. In der flämischen Sonntagszeitung De Zondag heißt es dazu, dass man bei besonderen Produkten oder speziellen Angeboten aufpassen soll.

Der belgische Fußballverband KBVB hat sich nämlich den Markenschutz des Begriffs "Rote Teufel" und des roten Dreizack-Logos gesichert. Bei Missbrauch dieser Punkte könnte es zur Erhebung von empfindlich hohen Gebühren oder zu Prozessen kommen. Unizo gibt aber an, dass allgemeine Verweise in Richtung Fußball oder Belgien frei zu nutzen sind und auch das Wort "Teufel" darf gebraucht werden. Mit ein wenig Feinabstimmung kann also durchaus vom EM-Hype um die Roten Teufel auch kommerziell profitiert werden.

Insgesamt haben sich 13 nationale und internationale Unternehmen und Marken offiziell an die „Roten Teufel“ gebunden: Adidas, BMW, Carrefour, Coca-Cola, Ergo, GLS, ING, Jupiler, Luminus, Proximus, PwC, Scooore (Nationale Lotterie) und Verelst.