Gesunkener Schuldengrad und sinkende Zinsen

Im vergangenen Jahr ist die belgische Staatsschuld auf 106,1 % des Brutto-Inlandsprodukts (BBP) gesunken. Damit ist der Schuldenstand zum ersten Mal seit acht Jahren kleiner geworden. Für die aktuelle Mitte-Rechts-Regierung stellt dies eine positive Entwicklung dar und die Politik profitiert auch vom derzeit niedrigen Zinsenstand.
AP2011

Der sinkende Grad der Staatsschuld in Belgien hat primär zwei Gründe. Zum einen hat die Allfinanzgruppe KBC ihre staatliche Unterstützung, die im Zuge der Banken- und Finanzkrise im Jahr 2008 gewährt wurden, letztes Jahr vollständig zurückgezahlt und zum anderen spielen natürlich auch die niedrigen Zinsen zum Vorteil der Regierung.

Die Zinsen auf kurzfristige Staatsanleihen lieben derzeit sogar unter 0 %. Das bedeutet, dass diese negativen Zinsen dafür sorgen, dass die Staatskasse an ihren Schulden sogar noch verdient. Nach Angaben des Leiters der staatlichen belgischen Schuldenagentur, Jean Deboutte (kl. Foto) lieferten alleine die niedrigen Zinsen der Staatskasse im vergangenen Jahr rund 100 Mio. €.

Diese niedrigen Zinsen sorgen auch, dass die gesamte Zinsmenge, die auf den Staatsfinanzen lasten, sinkt. Im Vergleich zu 2012 ist dieser Druck derzeit um rund 4 Mia. € niedriger. Dieses Jahr muss Belgien rund 10 Mia. € Schulden begleichen. Ohne dieses „Zinsgeschenk“ wären dies 14 Mia. € gewesen, so Deboutte.

Die Schuldenagentur geht davon aus, dass dieser Trend in den kommenden Jahren weiter anhalten wird. Dies wird, so Beobachter, dafür sorgen, dass das Brutto-Inlandsprodukt schneller steigt, als die durchschnittlichen Zinsen auf der Staatsschuld.