Kernkraft: Niederlande prüfen Kooperationen

Der niederländische Forschungsrat für Sicherheit (OVV) will prüfen, inwiefern die Regierung in Sachen Reaktorsicherheit grenzüberschreitende mit seinen Nachbarländern zusammenarbeiten kann. Dabei geht es vor allem um eine Kooperation bei Zwischenfällen in Kernkraftwerken. Grund für den Vorgang sind u.a. die umstrittenen Kernreaktoren von Doel und Tihange in Belgien.

Grund für die Prüfung einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Sachen Atomkraft von Seiten der Niederländer ist zweifellos die Unsicherheit der Bewohner von Grenzgemeinden zu Belgien wegen der umstrittenen Atomkraftwerke in Belgien. Das Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen befindet sich ebenso in der Nähe der Grenze zu den Niederlanden, als auch das Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich.

Schon zum Jahresanfang gab es Bestrebungen bei der Stadtverwaltung von Maastricht in der niederländischen Provinz Südlimburg, über den juristischen Weg zu versuchen, Tihange abschalten zu lassen. Grund dafür waren wiederholte technische Probleme dort. An Demonstrationen gegen Tihange nehmen neben vielen Deutschen auch immer wieder hunderte Einwohner von Maastricht und Umgebung teil. Auch in niederländischer Grenznähe zu Doel ist die Sorge der Bevölkerung groß, denn auch hier kommt es regelmäßig zu Problemen und beiden Kernkraftwerke verfügen über jeweils einen Meiler mit tausenden Haarrissen in der stählernen Reaktorummantelung.

All das liefert den niederländischen Behörden ausreichend Anlass, eine Zusammenarbeit mit Belgien in Sachen Reaktorsicherheit zu prüfen. Aber, unsere Nachbarn bleiben vorsichtig. Sie bringen einen Informationsaustausch zu den grenznahen Kernkraftwerken im Falle von Zwischenfällen ins Gespräch und dass soll neben Tihange und Doel auch das eigene Kraftwerk in Borselle in der Provinz Zeeland betreffen.