Total übernimmt den Stromlieferanten Lampiris

Die französische Total-Gruppe wird den Energielieferanten Lampiris übernehmen. Damit übernimmt ein weiteres Mal ein französischer Konzern ein Unternehmen in Belgien. Lampiris war schon länger auf Suche nach einem starken Partner, denn der liberalisierte Energiemarkt mit seinen vielen kleinen Mitspielern wird in Belgien zunehmend eng.

Lampiris ist mit einem Marktanteil von knapp 12 % am belgischen Strommarkt hinter Electrabel/Engis und EDF Luminus der drittwichtigste Anbieter und zudem bietet das Unternehmen aus Lüttich - 2003 u.a. vom heutigen Besitzer des Erstliga-Fußballclubs Standard Lüttich, Bruno Venanzi, gegründet - umweltfreundlichen Strom an. In der Provinz Lüttich beliefert das Unternehmen Elektrizität für rund ein Viertel der privaten Haushalte.

Neben den beiden Unternehmensgründern Bruno Venanzi und Bruno Vanderschueren haben auch die flämische Investitionsgesellschaften GIMV und ihr wallonisches Pendant SRW Anteile an Lampiris. Total und Lampiris teilten mit, dass die Übernahme weder Auswirkungen auf die Kundschaft, noch auf die Beschäftigten haben werde. Dem Deal müssen noch die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen. Über die Höhe der Übernahmesumme schweigen sich alle Beteiligten aus.

Mit Lampiris wird der französische Ölkonzern zum ersten Mal in den Bereichen Elektrizität und nachhaltige Energie aktiv. Die Frage ist aber, inwiefern Lampiris mit Total ein nachhaltiger Anbieter von Energie aus erneuerbaren Quellen bleiben kann. Laut Energiewachhund CREG in Belgien ist der Mineralölkonzern Total nicht dazu verpflichtet, sich am bisherigen Lampiris-Weg zu halten.

Jonas Roosens