Auftakt des Verfahrens gegen den Säure-Attentäter

In Brüssel beginnt am Donnerstag der Prozess gegen den so genannten Säure-Attentäter. Der Mann niederländischer Herkunft hatte die belgische Warenhauskette Delhaize erpresst, doch als man dort nicht auf dessen Drohungen einging, verätzte er Anfang 2015 das Gesicht einer Putzfrau mit Säure. Die Betroffene ist für ihr Leben gezeichnet.

Der Verdächtige, ein Niederländer, konnte kurz nach dem Säure-Attentat auf die Putzfrau Marina Tijssen, die in einem Delhaize-Warenhaus im Süden von Antwerpen arbeitete, in Frankreich verhaftet werden.

Er muss sich jetzt für dieses Attentat und für die Erpressung der Warenhauskette vor einem Brüsseler Strafgericht verantworten. Nebenklägerin Marina Tijssen, die noch immer unter einem schweren Trauma leidet und deren Gesicht von der Säure schwer gezeichnet ist, ist nicht damit einverstanden, dass ihr Peiniger „nur“ vor einem Strafgericht erscheinen muss.

Sie und ihr Anwalt hätten lieber gesehen, dass es zu einem Schwurgerichtsverfahren gekommen wäre, wie sie gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion erklärte: „Ich finde es schade, dass es nicht zu einem Schwurgerichtsverfahren kommt. Dort hätte der Mann eine höhere Strafe bekommen können. Doch jetzt ist es eben ein Strafgericht. Ich hoffe, dass er die Maximalstrafe bekommt und diese auch effektiv absitzen wird. Ich habe noch immer viele Schmerzen, jeden Tag…“

Die Brüsseler Ratskammer hatte sich im vorliegenden Fall für einen Strafgerichtsprozess ausgesprochen, weil nicht bewiesen werden konnte, dass der Säure-Attentäter vorhatte, sein zufällig ausgewähltes Opfer auch zu töten. In diesem Fall wäre ein Schwurgerichtsverfahren angesetzt worden.