Einigung bei der Bahn: Streik abgewendet

Pendler und Reisende können erleichtert aufatmen, denn es wird in der kommenden Woche keinen weiteren Bahnstreik in Belgien geben. Gewerkschaften und Bahndirektion haben sich auf ein Abkommen einigen können, dass den seit Wochen schwelenden Sozialkonflikt beendet. Nur am 24. Juni wird es Probleme geben. Für diesen Tag hat die sozialistische Gewerkschaft zu einem belgienweiten Generalstreik gegen die Politik der Regierung aufgerufen.

Das Abkommen sieht konkret wie folgt aus: Die Gewerkschaften und die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB sowie deren Infrastrukturtochter Infrabel einigten sich darauf, dass in Zukunft für die Arbeitnehmer zwei Feiertage wegfallen - das sind im Laufenden Jahr der 15. November (Königstag) und im kommenden Jahr der 2. November - und dass Kompensationstage für mehrgeleistete Arbeitsstunden (40 Stundenwoche statt der bei der Bahn faktischen 36 Stundenwoche) je nach der persönlichen Anzahl an Krankheitstagen bei den Eisenbahnern wegfallen können.

Hinzu kommt noch, dass die Bahndirektion den Gewerkschaften der Eisenbahner zusagten, dass bis 2019 keine zusätzlichen allgemeinen Maßnahmen zur Produktivitätserhöhung am Arbeitsplatz eingeführt werden. Das bedeutet, dass der für die kommende Woche angekündigte siebentägige Bahnstreik abgewendet werden konnte und dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei der Bahn wieder vernünftig mit einander reden können. Die Gewerkschaften müssen dieses Abkommen noch ihrer Basis zur Abstimmung vorlegen, doch es gilt als sicher, dass es dort auch angenommen wird. Schließlich enthält es quasi alle Kernforderungen der Eisenbahner.