Peeters: “Brexit würde Belgien schaden”

Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister Kris Peeters (CD&V) macht sich Sorgen über die Folgen eines Brexit für Belgien. In Gesprächen mit einigen hiesigen Tageszeitungen sagte der flämische Christdemokrat eine Woche vor dem Referendum der Briten zum Verbleib in der EU: „Wenn es soweit kommt, dann wird Belgien härter getroffen, als andere europäische Länder.“

Großbritannien ist Belgiens viertstärkster Handelspartner. Alleine im vergangenen Jahr exportierte Belgien Güter und Waren in Höhe von rund 30 Mia. € in das Vereinigte Königreich. Und im Gegenzug erreichten Produkte in Höhe von rund 20 Mia. € von den britischen Inseln unseren Markt.

Laut einer Studie der ING-Bank würde die belgische Wirtschaft im Zuge eines Brexit um 1,5 % zurückgehen. Das wäre eine Summe von etwa 2,1 Mia. €. Damit, so Peeters (kl. Foto), würde Belgien härter getroffen, als andere EU-Mitgliedsstaaten. Doch auch die Niederländer und die Iren wären bei einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stark betroffen.

„Wir müssen und auf schwierige Zeiten vorbereiten. Selbst, wenn das Pro-Lager gewinnt, dann wird das sehr knapp sein. In diesem Fall droht politische Instabilität und es bleibt abzuwarten, wie sich die Konservativen (die Partei von Premier David Cameron (A.d.R.)) aufstellen werden.“, sagte Peeters gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen.

In einem Gespräch mit dem flämischen Wirtschaftsblatt De Tijd gab der belgische Wirtschafts- und Arbeitsminister zu erkennen, dass sich schon vor dem Referendum negative Auswirkungen zeigen würden: „Alleine schon all diese Unsicherheit über die Entscheidung zu einem Brexit tastet die Börsenkurse und unseren Handel an.“