Belgien: Krisenteam soll Brexit-Folgen abmildern

Belgiens Arbeits- und Wirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V) richtet ein Krisenteam ein, dass die eventuellen Folgen eines Brexit für die Wirtschaft unseres Landes abfedern soll. Leiter dieses Teams soll der belgische Industrielle Graf Paul Buysse werden, der auf Erfahrungen sowohl in Belgien, als auch in Großbritannien zurückgreifen kann.
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Falls sich die Briten am 23. Juni tatsächlich dafür entscheiden, die Europäische Union zu verlassen, dann wird dies zweifellos auch negative Folgen für die Wirtschaft in Belgien haben. Meldungen vom mittelbaren und unmittelbaren Verlust von rund 12.000 Arbeitsplätzen in Belgien machen bereits die Runde in den hiesigen Medien. Diese Zahl nennt auch eine Studie von Volkswirten im Auftrag der ING-Bank.

Wirtschaftsminister Peeters ruft jetzt eine Expertengruppe zusammen, die die wirtschaftlichen Folgen eines Brexit für Belgien abfedern soll. Die Leitung dieses Krisenteams wird der belgische Industrielle, Graf Paul Buysse übernehmen. Byusse war lange Jahre Vorstand in der Gruppe des hiesigen international operierenden Stahldrahtproduzenten Bekaert und er sammelte ebenfalls Erfahrung bei der britischen Vickers-Gruppe. Er kennt also auch das britische Wirtschaftsleben.

Am Dienstagmorgen sagte Graf Buysse gegenüber dem VRT-Sender Radio 1, dass Belgien auch bei einem Brexit am Freitag nicht in einer anderen Ökonomie aufwachen werde, doch es werde sich einiges ändern: „Wir werden untersuchen, was die finanziellen und die politischen Folgen davon sein können und welche Folgen dies für die Börse haben kann. (…) Das wird ein langsamer Prozess von entweder erneut integrieren oder von loslassen von der EU sein, ein, Prozess der Jahre andauern wird.“

Größte Folgen für die Lebensmittelindustrie

Graf Buysse weist darauf hin, dass die Handelsbewegungen zwischen Belgien und Großbritannien recht umfangreich sind: „40 % des Vereinigten Königreichs hat Verbindungen zur belgischen Wirtschaft. Wenn alles Gute, was die EU erreicht hat, von der britischen Regierung vom Tisch gefegt wird, wird das zweifellos Folgen haben.“

Diese Folgen werden für mehrere Sektoren fühlbar sein, doch das größte Opfer in Belgien wird wohl der Lebensmittelbereich sein: „Wie auch immer, wir müssen den Belangen der belgischen Unternehmen Vorrang einräumen. Das ist etwas, was eine reine politische Angelegenheit ist.“