Brexit würde Flandern 2,5 % des BIP kosten

Nach Ansicht von Landeschef Geert Bourgeois (N-VA) würde ein Brexit das belgische Bundesland bis 2030 rund 2,5 % seines Brutto-Inlandsprodukts (BIP) kosten. Bourgeois sagte dies am Dienstag im flämischen Landesparlament auf Basis von Berechnungen der wissenschaftlichen Abteilung der Landesregierung. Flandern sei nach Irland von einem Brexit am stärksten betroffen, so Bourgeois weiter.

Ministerpräsident Bourgeois (kl. Foto) hielt mit seinen Sorgen bezüglich eines möglichen Austritts der Briten aus der Europäischen Union am Dienstag im Landesparlament nicht hinter dem Berg: "Nach Irland wäre Flandern wirtschaftlich von einem Brexit am stärksten betroffen. Das sind keine rosigen Aussichten."

Das belgische Bundesland Flandern exportiert mehr nach Großbritannien aus, als es von dort aus einführt. Das betrifft vornehmlich "rollendes Material", sprich Fahrzeuge, sowie Produkte aus den Bereichen Pharmaindustrie und Chemie (Foto oben: Chemieindustrie im Hafen von Antwerpen).

Flandern exportiert auch mehr Produkte auf die britischen Inseln, als die anderen Länder und Regionen in Belgien. Alleine 2015 ging es dabei um ein Volumen vom rund 27,4 Mia. €, gegenüber einem Import aus Richtung britische Inseln von rund 15,0 Mia. €.

Damit ist Großbritannien ein weitaus größerer Absatzmarkt für flämische Produkte als z.B. Deutschland, Frankreich und die Niederlande, die an zweiter bis vierter Stelle liegen. Das beweist, dass ein Brexit für Flandern und seine Wirtschaft erhebliche Folgen haben würde.

Diese Folgen können je nach Sachlage aber unterschiedlich ausfallen. Bei einem "harten Brexit" ohne Freihandelsvertrag wären Verluste um 2,5 % des BIP fällig und bei einem "sanften Brexit" mit niedrigeren Zolltarifen „nur“ 1,8 % des BIP.